Bewegende Momente

"Wir haben nun eine Krippe, die Kleinen sind in unserer Mitte" sangen die Kindergartenkinder bei der Einweihungsfeier.

Der Bau dieser Kinderkrippe hing lange am seidenen Faden. Stadt, Regierung und Diözese konnten sich nicht einigen. Als schließlich nach zähen Verhandlungen die Bagger doch noch anrollten, ging alles ruckzuck: In nur acht Monaten entstand die Neunkirchener Kinderkrippe. Am Samstag weihte sie Pfarrer Armin J. Spießl ein.

Egal ob Ehrengast oder nicht: Es geht im Neunkirchener Kindergarten St. Dionysius erst einmal für alle ab in den Keller. In der Turnhalle dort begrüßt Pfarrer Armin J. Spießl am Samstag die Besucher zur Einweihung der neuen Krippe und verrät: "Vom Pfarrhaus aus sah ich in den vergangenen Wochen teils weit nach 1 Uhr noch Licht hier." In diesem Sinn dankt er neben seinem Kindergartenteam (Spießl: "Ich bin stolz auf euch"), Kirchenpfleger Willi Fuchs ("Du standst jeden Tag auf der Matte") sowie allen Handwerkern, speziell Schreiner und Fliesenleger, für ihr Engagement. Denn so konnten am vergangenen Montag plangerecht die ersten Krippenkinder in der Gruppe "Sonnenschein" betreut werden.

Den Bedarf für zwölf Krippenplätze ermittelte die Pfarrgemeinde Neunkirchen, deren katholische Kirchenstiftung der Träger der Einrichtung ist, bereits im Frühjahr 2013, erinnert Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Mitte November 2013 genehmigte der Stadtrat den Erweiterungsbau, "weil uns Kinder ganz wichtig sind". Kostenpunkt: 667 000 Euro. Stadt und Regierung schießen hier eine Menge zu, sagt Seggewiß.

"Dabei hing der Neubau vor gut einem Jahr plötzlich am seidenen Faden", erinnert Elternbeiratsvorsitzender Thomas Kreuzer und dankt besonders OB Seggewiß sowie Bürgermeister Lothar Höher für ihre "praktikablen Lösungsvorschläge" in den zähen Verhandlungen: "Sie haben sich nicht hinter Paragrafen versteckt. Ohne Sie wäre die Krippe hier nicht zustande gekommen."

Das Resultat kann sich sehen lassen, findet Architekt Gerfried Mühlbauer: "Dabei brauchten wir keine knallquietschbunte Einrichtung und auch keine schiefen Fenster." - "Sehr gut", ruft OB Seggewiß dazwischen.

Stattdessen seien im Sanitärbereich eine Badelandschaft oder im Schlafraum ein Kuschelpodest entstanden. "Ich bin eigentlich kein großer Freund von Eigenleistungen, weil es noch auf keiner Baustelle funktioniert hat", sagt Mühlbauer mit Blick auf die deutschlandweit einzigartige Bewegungslandschaft, die Eltern, Erzieher und Freunde des Kindergartens in einer Woche unter Anleitung von zwei Profis in Neunkirchen geschreinerten haben (wir berichteten). "Aber hier hat das super geklappt", lobt der Architekt und verweist genauso wie Elternbeiratsvorsitzender Kreuzer nochmals auf die diversen Kindergartenaktionen und Spenden, die geholfen haben, die Extras zu finanzieren. Allen voran das erste Neunkirchener Dorffest 2014, dessen gesamter Erlös der Krippe zugute gekommen ist.

"Alle Besonderheiten haben aber auch ihren pädagogischen Sinn und Zweck", betont Kindergartenleiterin Lydia Hofmann. "Denn wir wollten nicht irgendeine, wir wollten eine bewegte Kinderkrippe", erklärt Krippenchefin Christina Biller. Beide danken ihrem Team für das Durchhaltevermögen während der stressigen Bauzeit. Und während Pfarrer Spießl mit Weihwasser die Glaskreuze für jede Gruppe des Kinderhauses segnet, fließen beim Personal Tränen der Erleichterung und Freude.

Ach ja: Am Ende geht es dann doch noch für alle raus aus dem Keller und rein in die neue Kinderkrippe. Am 4. Juli, dem Tag der offenen Tür, können alle Interessierten die Einrichtung besichtigen.
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