Bob Ross präsentiert in der Weidener Max-Reger-Halle einen wilden Ritt durch alle Musik-Genres
Bob Ross und die Nabburger Blaskapelle: Ein wilder Ritt durch alle Genres

Bob Ross macht Freudensprünge beim Dirigieren der Musiker aus aller Herren Länder. Bild: uz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
19.02.2016
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Von Helmut Kunz

Weiden. Den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer schätzt Bob Ross sehr. Schließlich sei "der Seehofer" grob geschätzt fast doppelt so groß wie er und habe ihn deshalb aus gutem Grund gebeten, in Bayern zu bleiben. Warum: Weil Bob Ross im Gegensatz der ideale Wetterfrosch sei. Der kleinwüchsige Schotte spüre doch am ehesten, wenn das Hochwasser kommt.

Dirigent im Schottenrock


Bob Ross nimmt sich wegen seiner Körpergröße schon auch gerne mal selber aufs Korn. Er ist gut einen halben Kopf kleiner als Peter Maffay. Aber wie sein Kollege mit der Gitarre ist der Dirigent ein ganz Großer auf der Bühne. Er verbindet Anspruch mit Spaß. Allein schon das Bühnenoutfit: Frackrock aus grünem Schottenmuster und das Dirigentenstäbchen zwischen die Zähne geklemmt, stehen für musikalischen Witz und Humor. Aber auch für feine Unterhaltung. Denn "Blechschaden" tendiert freilich eher zur ernsteren Musik mit ihren hohen Ansprüchen auf Stilisierung und Rhythmik. Dabei verschließt sich der lustige Orchesterchef aber keineswegs den volkstümlichen Tönen in der Max-Reger-Halle.

Wenn etwa Trompeter Franz Unterrainer den wienerisch klingenden Mozart-Marsch KV 408 ab der zweiten Hälfte ins Tirolerische wendet, macht Bob Ross vor Freude Luftsprünge. Der Programmzettel ist eh für die Katz, nur ein Gerüst, an das man sich anlehnen kann. Der 61-Jährige hält sich gelegentlich daran.

Das Repertoire seiner Blechbläser ist derart breit gefächert, dass er immer wieder in neue Genres abgleitet. Von der Klassik über die Folklore bis zur Popmusik der 70er Jahre. Erst das Schunkellied "Tulpen aus Amsterdam", dann Giovanni Gabrielis festliches "Canzon septimi toni" und ein Medley mit alten Elvis-Songs, "weil es keine neuen von ihm gibt", wie Bob Ross erklärt.

Das neue Musikzeug schätzt er gar nicht. "Ich sage euch, dass man in zwanzig Jahren keinen einzigen Song von Lady Gaga mehr im Kopf hat." Was aber bis in die 70er Jahre hinein komponiert wurde, das werde die Zeit überdauern. Die Besetzung des Orchesters bietet alle Möglichkeiten konzertanter Blasmusik. Lange Fahnen vor den Notenständer der Musiker zeugen von der jeweiligen Herkunft des Bläsers. Der eine aus Coburg, der andere aus der Schweiz. Der bayerische Schlagzeuger Arnold Riedhammer, der sein überzeugendes "Birdland"-Trommelsolo auf den Bühnenboden und entlang der Feuerschutzwand zaubert, war sogar schon mal in Amerika.

Auch Jugend darf ran


Es muss eine Freude machen, mit einem wie Bob Ross zusammenzuarbeiten. Joseph Ferstl ist ein Riesenfan und kennt den Meister seit vielen Jahren. Deshalb darf der Vorsitzende der Nabburger Jugendblaskapelle nach der Pause seinen Musikernachwuchs neben das "Blechschaden"-Ensemble setzen. Schon vor Beginn spielte die Kapelle im Foyer Lieder von Coldplay bis Abba.

Bob Ross liebt Zusammenarbeit mit Amateurmusikern. Amateure hätten die Arche Noah gebaut. Profis die Titanic, sagt er. Mit dem großen Orchester erschließen sich weitere Möglichkeiten für musikalischen Witz, Humor und die gemeinsame Freude an der Musik, was sich in Stücken wie "Radetzky-Marsch", "Smoke on the Water" und "YMCA" ausdrückt. Und das schafft nur einer: "Alle meine Entchen" zur Musik der "Queen"-Nummer "We will Rock Your" zu dirigieren.
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