Brachialkomiker Bembers gastiert in der Max-Reger-Halle mit Rock 'n' Roll-Jesus
Der Lemmy der Comedy-Szene

Voller Körpereinsatz: Brachialkomiker Bembers in seinem langen Wallegewand begleitet die Schöpfungsgeschichte auf der Bühne der Max-Reger-Halle mit tänzerischen Mitteln. Bild: Otto

Sein Humor ist sicher nichts für zart beseelte Feingeister. Er flucht, er schimpft, er schreit. Und das alles in tiefstem Fränkisch. Insgesamt nimmt Bembers kein Blatt vor den Mund - auch wenn es um die Weltreligionen geht. Kurzerhand erklärt er sich zum Rock-'n'-Roll-Jesus.

(otj) Er ist eine Urgewalt, der Lemmy Kilmister der Comedy-Szene. Mit der Anmut einer Harley Davidson Fatboy nimmt Bembers die Bühne der Max-Reger-Halle im Sturm und legt ohne Aufwärmphase mächtig los. Sein Bühnenoutfit ist ein leichtes "Sommerkleidl", wie er es nennt. "Das hab ich mir bei der Fashion Week in Nazareth geholt."

Nichts bleibt verschont


Mit diesem luftigen Walleumhang, dem Rauschebart und den langen Haaren sind Assoziationen mit historischen Figuren kaum umgänglich. Als Lichtgestalt also nimmt der Hardcore-Comedian die Religion auf die diabolischen Hörner. Versöhnlich kann man anmerken, dass keine verschont bleibt.

Kopfzerbrechen bereitet ihm schon die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments. "Weiß eigentlich irgendwer, was der vorher gemacht hat? Hat Gott studiert oder eine Lehre gemacht?" Die Entstehung stellt sich Bembers als große Pizza vor. Erst sei aus Wasser und Erde ein Teig geknetet und ausgerollt worden. Nach und nach kämen die Meere, der Himmel, die Natur und die Lebewesen dazu.

"Und am letzten Tag hat er die Gewürze rausgeholt: da ein paar Schwarze, da ein paar Eurasier, Indianer und so. Weil's ihm noch ein bisschen zu fad war, nimmt er noch die Dose raus, wo Deppen drauf steht. Und dann geht ihm beim Draufschütten der Deckel ab."

"Ich bin in der Nürnberger Südstadt groß geworden. Da leben Juden neben Arabern, Kroaten neben Serben. Das ist überhaupt kein Problem." Auch mit dem Islam habe er sich befasst und als Kind seinen türkischen Kumpel gefragt: Was muss ich denn machen, dass ich Moslem werde? Die Antwort gefällt ihm nicht: Kein Schweinebraten, kein Bier und dann die Sache mit der Beschneidung.

Schuld ist das Dosenbier


Auch die Regeln des jüdischen Glaubens können ihn nicht überzeugen, genauso wenig wie das Nirvana im Buddhismus oder die große Göttervielfalt im Hinduismus. Bembers bleibt Bembers, wie er es in seinem Song besingt - "Schuld sind Motörhead und Dosenbier".
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