"""Cannabis Social Club Weiden"": Erster ""Global Marijuana March"" in der Region"
Weiden nimmt einen Zug

Um diese Pflanze geht"s. Für die Legalisierung der Droge tritt der "Cannabis Social Club" ein, seit kurzem ein eingetragener Verein in Weiden. Am Samstag will er den "Global Marijuana March" in Gang bringen. Doch die Vorbereitungen verlaufen alles andere als entspannend. Bild: dpa

Der Hauptorganisator macht schon vorher schlapp. Dennoch stehen die Zeichen auf Grün. Die Mitglieder des "Cannabis Social Club Weiden" wollen am Wochenende für ihre Lieblingspflanze losstapfen: beim ersten "Global Marijuana March" der Region. Noch kämpfen sie mit massiven Startproblemen.

Es sei ihm alles zu viel geworden. Bands buchen, Lokale suchen, mit Behörden verhandeln. "Zum Schluss saß ich 20 Stunden am Tag vor dem Rechner", erzählt Matthias Confal. Für den Vorsitzenden des "Cannabis Social Club Weiden" war der erste "Global Marijuana March", den Weiden erleben soll, ein kräftezehrender Organisations-Marathon. Gesundheitlich ohnehin gehandicapt, machte Mitte der vergangenen Woche Confals Körper schlapp. Jetzt liegt der 42-Jährige im Klinikum. Kurz vor dem Start des Festivals, bei dem Cannabis-Anhänger für die Legalisierung der Droge demonstrieren. Kein gutes Timing.

Seine Stellvertreter im Verein übernehmen die Arbeit - ersetzen können sie den Chef nicht. Deshalb haben sie zunächst alle Benefiz-Konzerte im Umfeld des Festivals abgeblasen. Reggae-Künstler wie Uwe Banton, Ede Whiteman, Dopwalka und Floh Söllner hatten bereits zugesagt, insgesamt sieben Bands. Der "Global Marijuana March" beschränkt sich damit in der Max-Reger-Stadt hauptsächlich auf den Demonstrationszug und die Kundgebung am Samstag, 9. Mai (siehe Info-Kasten). Für den Sonntag ist ein Markt unter anderem mit Hanfwaren beim Café Parapluie geplant. Ob's klappt, entscheidet sich erst im Laufe dieser Woche.

27 Städte am Start

In diesem Jahr beteiligen sich 27 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz am "Global Marijuana March", eine Bewegung, die Cannabis-Aktivisten 1999 in den USA in Gang brachten. Weiden sei die kleinste Teilnehmerstadt, weiß Confal. Bei der Organisation war schon früh Sand im Getriebe. Vor allem die Suche nach einem Festivalort setzte dem "Social Club"-Chef zu. Die Mehrzweckhalle war zu teuer, das Open-Air-Gelände am Schießlweiher mit zu großen Auflagen verbunden, weitere Veranstaltungsstätten bereits belegt - oder die Betreiber hatten Vorbehalte. Für den Konzertabend, der das Festival eigentlich am Freitag eröffnen sollte, fand Confal zuletzt noch ein Lokal in Altenstadt/WN. Kurz bevor ihm der Kollaps einen Strich durch die Rechnung machte.

Ohnehin hätte die Zeit kaum mehr gereicht, um Plakate und Flyer zu drucken. Der "Cannabis Social Club" wirbt nun ausschließlich auf einschlägigen Seiten im Internet für seinen "Marijuana March". Die Absage der Konzerte setzt die Organisatoren vor allem finanziell unter Druck: Die Haupteinnahmequelle bleibt staubtrocken. Für Matthias Confal ist der erste "Global Marihuana March" in Weiden nicht nur deshalb ein großes Experiment. Wie viele Sympathisanten werden in Weiden dem Ruf folgen, "Gesicht zu zeigen" für die Legalisierung der Droge? "Keine Ahnung", antwortet Confal. " In Tübingen waren's nur 50, in Wien 12 000."

Für Weiden haben sich auf Facebook zwar 600 Nutzer angekündigt - aber das war vor der Konzert-Absage. "Wenn's blöd läuft, stehen nur 20 Leute da. Dann könnten wir auch nix machen." Mit "100 bis 200" Gleichgesinnten, die tatsächlich mitmarschieren, wäre der Vorsitzende schon zufrieden. Sich selbst zählt er da übrigens mit: Wenn alles glatt geht, darf Matthias Confal das Klinikum Ende der Woche verlassen.
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