„Cat Stash“ bringen klassischen Indie-Rock auf die Bühne der ausverkauften „Sünde“
Großes Indie-Kino trifft Punkrock-Perle

„Cat Stash“-Sänger und -Gitarrist Andreas Plab pflegt die klassische Schrammel-Gitarre nach Art einer Ostküsten-College-Rockband. (Foto: Simmerl)

Weiden. (otj) Letztes Mal jazziger Hip-Hop, jetzt klassischer Indie-Rock – das „Sündikat“ wagt wieder einen Satz von Genre zu Genre. Ein Katzensprung sozusagen. Denn die Band „Cat Stash“ hatte von Regensburg aus keine allzu lange Ochsentour zu bewältigen.

Mit einer Indie-Band – und hier ist Indie wirklich wörtlich zu verstehen – den Pop-up-Club auszuverkaufen, das ist schon eine Nummer. Wenn dann trotz eines kaputten Effekt-Pedals die proppenvolle „Sünde“ nach Zugaben ruft, lässt sich fachterminologisch konstatieren: Mein lieber Herr Gesangsverein!

Nölend näseln

Die Band aus der Universitätsstadt könnte man vielleicht am ehesten dem Genre College-Rock zuordnen. Die versponnen-harmonischen Melodien könnten aus der Feder von Pavement-Frontmann Stephen Malkmus stammen, die Stimme von „Cat Stash“-Sänger Andreas Plab nölt zärtlich näselnd im Stile von „Built to Spill“-Mastermind Doug Martsch.

Und wenn die Schrammel-Gitarren aus den Boxen gewittern, sagt Thursten Moore von den Noise-Experten „Sonic Youth“ nicht besonders leise Servus. Trotzdem wird klar: Auch wenn Einflüsse zu verorten sind – mit „Cat Stash“ steht keine Tribute- oder Cover-Band auf der Bühne. Zu eigenständig das Songwriting, zu charakteristisch die trockenen Beats. Und die geschmeidige Bassline, die sich das Duo Andreas Plab und Melanie Westermeier an die Seite geholt hat. Die etwas unbeholfenen Ansagen zwischen den Songs und die Pausenperformance während eines technischen Defekts machen die Band nur noch sympathischer.

Das ist Punkrock

Kurzum: Das Konzert in der „Sünde“ ist ein Fest für Fans der alternativen Rock- und Popkultur. Mit „Confidence“ hat das Trio aber auch einen Song auf der Setlist stehen, der Mainstream-Konsumenten in die Tanzbeine fahren kann. Der Song war auf dem Soundtrack von „About A Girl“ mit Heike Makatsch, der 2015 in den Lichtspielhäusern lief. Großes Independent-Kino eben.

Ein Händchen bewies das „Sündikat“ wieder mit einem unerwarteten Support. „Porno“ ließ die Menschen vor der Bühne in sein lyrisches Ich schauen. Highlight: die Vertonung eines Gedichtes von Catull – im lateinischen Original. Als später die Gitarrenseite reißt, spielt er einfach auf fünf Saiten weiter. Passt auch. „Das ist halt Punkrock.“
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