Chor- und Orgelkonzert in St. Josef
Vom Morgengesang zum Trost der Welt

Neben den Ensembles "6 for chords" und "Stimmgold" begeisterte Kunibert Schäfer in St. Josef an der Orgel. Bild: Kunz

Ein variationsreiches Programm bieten die Vokalensembles "6 for chords" aus München und "Stimmgold" in St. Josef. Für das Chor- und Orgelkonzert schließen sie sich zu einem speziellen Chor zusammen.

Was dabei an musikalischer Perfektion entsteht, ist faszinierend. Die Besucher in St. Josef in Weiden erleben beim Gedenken zum 100. Todesjahr von Max Reger Werke für Chor und Orgel, die nicht allzu oft erklingen.

Darüber hinaus gibt es zwei Chorwerke von Komponisten etwa zu Regers Lebenszeit und vier Chorwerke heute lebender Tonsetzer. Dazwischen ertönt Orgelmusik. Ein variationsreich zusammengestelltes Programm, gut für Überraschungen und Neuentdeckungen.

Das Konzert beginnt mit Regers Chorgesang "Der Mensch lebt und besteht/nur eine kleine Zeit". Dieses tiefsinnige Motto prägt die gesamte Programmfolge. Verhaltener A-Cappella-Gesang mit anschwellender Stimmkraft malt ein rührendes Tongemälde menschlicher Existenz.

Passend zum Motto ist das Programm in drei Abschnitte geteilt. Der erste umfasst "Morgen/Geburt" und wird eingeleitet von Max Regers "Morgengesang", einer ehrwürdigen Chorhymne voller Erwartung des neuen Tages.

Leise Andacht


Das nächste Gesangsstück leiten sechs Weingläser ein, die am Rand gerieben werden und mit diesem Klingen den Klang der Stimmen unterstützen. "Stars" von Eriks Esenvalds breitet sich über dem Cantus firmus der Gläser immer kräftiger aus, endet schließlich aber doch in leiser Andacht. Ein Chorwerk von Anton Bruckner folgt. "Virga Jesse floruit" ist ehrerbietiger Gesang mit abschließendem "Halleluja". Drei Orgelwerke von Max Reger schließen sich an. Feierlich eröffnet die "Toccata d-moll" op. 59/11 die Vortragsfolge. Die liebliche "Melodia B-Dur" op. 59/5 und die formal strenge wie musikalisch ausdrucksstarke "Fuge D-Dur" op. 59/12 setzen fort. Jedes Stück hat seinen eigenen Charakter und vermittelt in der Interpretation des Organisten Kunibert Schäfer nachvollziehbare Darlegungen der komplizierten Gedankengänge des Komponisten.

Danach beginnt der zweite Abschnitt des Konzerts unter dem Titel "Leben/Liebe". Bob Chilcott vermittelt in seinem Song "Thou, my Love, Art Fair" einprägsame Gefühlsregungen. Von Max Reger folgt "Es waren zwei Königskinder". Anrührend stellt der A-Cappella-Chor das Schicksal zweier Menschen dar. Dann folgt wieder eine moderne Gesangsdarbietung. Von Paul Mealor wird "Lady when I behold the Roses" kräftig und bestimmt vorgetragen. Der gekonnte Zusammenklang der Stimmen prägt jedes Lied, fasziniert hier aber ganz besonders.

Erneut spielt Organist Schäfer. Ein Orgelstück von Enjott Schneider ertönt. "At the edge of time" erweitert die Tonalität in verständlichem Umfang, womit die "Erinnerungen an Mozarts Requiem", die der Komponist eingearbeitet hat, überzeugend in Schäfers Interpretation erscheinen.

Würdevoller Ausklang


Jetzt beginnt der dritte Abschnitt. Mit traurigem Unterton widmet er sich dem Lebensbereich "Abend/Sterben". Bereits im Chor von Hugo Wolf "Resignation" ist das herauszuhören, auch wenn sich mit den Worten "Trost der Welt" eine Milderung andeutet. "Now Sleeps the Crimson Petal", auch von Paul Mealor, ist ein ernster Gesang. Feierlich gestimmt mit sehr würdevollem Ausklang.

Zum Schluss nochmals ein Gesang von Max Reger. Sein "Nachtlied" beschwört choralartig den zu Gott gewandten Sinn des Lebens. Der A-Capella-Gesang "O du stille Zeit" von Simon Wawer erklingt als Zugabe.
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