Christine Neubauer in Lohmeiers "Königlich Bayerisches Amtsgericht" auf der Bühne
Nicht alle königlich amüsiert

Sie dürfte der Hauptgrund gewesen sein, warum die Max-Reger-Halle am Samstagabend ausverkauft war: Christine Neubauer im "Königlich Bayerischen Amtsgericht". Bild: uz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
01.03.2016
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In Bayern um die Wende zum 20. Jahrhundert treten Bürger der Stadt und Bauern der Umgebung vor das "Königlich Bayerische Amtsgericht", in der Hoffnung, dass sie beim klugen Amtsgerichtsrat ihr gutes Recht bekommen. Denn, wie hat Ludwig Thoma, selber Rechtsgelehrter, über einen seiner Kollegen geurteilt? "Er war ein guter Jurist, und auch sonst von mäßigem Verstand."

Am Samstagabend war die Max-Reger-Halle ausverkauft. Alle wollten die bekannte Fernsehschauspielerin Christine Neubauer sehen, die dem Publikum und Amtsgerichtsrat Zwicknagl gegenüber auf der Anklagebank saß. Nicht bei allen Besuchern, die ein kurzweiliges, humoristisches Stück erwartet hatten, wurden die Erwartungen erfüllt. Zudem klagten Gäste über Schwierigkeiten, die Schauspieler zu verstehen.

Das Stück stammt aus der Feder des vor einem Jahr verstorbenen Schriftstellers und Regisseurs Georg Lohmeier. Man schreibt das Jahr 1910 im oberbayerischen Kraglfing, wo die Zeit ihr eigenes, sittenstrenges Gesicht hat. Eine junge, hübsche Tänzerin aus Spanien, so heißt es, bringt seit einigen Tagen mit ihren Darbietungen die Gemüter in Wallung. Zwicknagl muss auf Anweisung des Justizministeriums ein Eilverfahren gegen die Dame wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses anstrengen. Die Regierung in München reagiert höchst nervös auf die Vorkommnisse um die "Spanische Gräfin".

Zu allem Überfluss nennt ein Münchner Schmierenjournalist in seinen Artikeln die "Gräfin" auch noch die neue "Lola Montez". Am Ende betritt Schriftsteller Ludwig Thoma den Gerichtssaal, der auch Jurist ist - und das fintenreiche Florettspiel findet ein Ende.
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