Christoph Brecht und Sumi Lee spielen Reger und mehr
Ganze Klaviatur der Klarinette

Dass Christoph Brecht und Sumi Lee regelmäßig gemeinsam musizieren, zeigte sich an der einheitlichen Interpretation der Werke von Johannes Brahms, Robert Schumann und Max Reger. Bild: Reichl

Ein bisschen überheblich war er schon, dieser Max Reger. Als er nämlich Johannes Brahms' Sonaten für Klarinette und Klavier hörte, sagte der Oberpfälzer: "Schön, werde ich auch zwei solche Dinger schreiben." Drei Wochen später war's vollbracht.

Die Klarinettensonaten in As-Dur und fis-Moll op. 49 werden heute als Meisterstücke gefeiert. Sie haben Charme, reizvolle Klangeffekte und jenen skurrilen Humor, für den Reger berühmt und gefürchtet war. Seine viersätzige Sonate in As-Dur gaben am Sonntagvormittag Christoph Brecht an der Klarinette und Sumi Lee am Klavier vor 80 Zuhörern im Alten Rathaus zum Besten.

Zur Matinee hatte der Rotary-Club "Weiden-Max-Reger" in Zusammenarbeit mit den Weidener Max-Reger-Tagen eingeladen. "Es ist uns eine Ehre ein Konzert anlässlich des 100. Todesjahres von Max Reger zu unterstützen", freute sich Rotary-Präsidentin Dr. Claudia Greipl bei der Begrüßung. Auf dem Programm standen Stücke für Klarinette und Klavier von Reger, Brahms und Robert Schumann. Humorvoll und äußerst fundiert stellte Professor Dr. Susanne Popp die Komponisten und deren Werke vor. "Die drei verschiedenen Namen der Fantasiestücke von Schumann geben den charakteristischen und spezifischen Klang der Klarinette wieder", erklärte Popp. Christoph Brecht spielte die von zart über lebendig bis hin zu feurig reichenden Register perfekt aus.

Ebenso souverän präsentierte er Regers Klarinettensonate. Die rasanten Wechsel zwischen piano und forte, melancholisch und heiter waren präzise und gefühlvoll zugleich. Pianistin Sumi Lee begleitete alle Stücke klangsensibel. Ganz im Sinne der Kammermusik befand sich das bereits mehrfach ausgezeichnete Duo in einem gleichberechtigten musikalischen Dialog. Das harmonische Miteinander wurde lediglich nach der Pause unterbrochen: Mit Franz Liszts virtuoser Klavierkomposition "Vallée D'Obermann" hatte Sumi Lee einen fulminanten Soloauftritt, mit dem sie ihrem Mitstreiter zudem eine kleine Verschnaufpause verschaffte.

Am Ende eines meisterhaften Konzertvormittags unterhielten die beiden 31-jährigen Musiker das Publikum mit einer ganz besonderen Zugabe für Klarinette und Klavier: Die spritzige "Tarantella" von Max Reger würdigte das Publikum mit großem Applaus.
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