Das Duo Schöne/Eggert liefert ein eindrucksvolles Plädoyer für die Zukunft der Weidener ...
Ein Liederabend zum Niederknien

Mit einem besonderen Liederabend begeisterten Moritz Eggert am Klavier und der Bariton Peter Schöne bei den Weidener Max-Reger-Tagen. Bild: Göttinger
"Heil dir, der du hassen kannst!" Es kann einem schon kalt den Rücken runterlaufen bei Max Regers "Hymnus des Hasses" auf ein Gedicht von Christian Morgenstern. Atemberaubende Akkordfolgen und unglaubliche rhythmische Verstrickungen führen zu einer Aufwallung, einem Ausbruch, einem Aufschrei von einer Expressivität, die niemanden kalt lässt - erst recht nicht, wenn zwei Könner wie der Bariton Peter Schöne und der Pianist Moritz Eggert das ebenso souverän wie intensiv rüberbringen.

Heftige Diskussionen

Es kann einem freilich auch kalt den Rücken runterlaufen, verfolgt man die Diskussion um die Zukunft des Festivals. "Die Diskussionen sind heftig", sagte Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz am Dienstag wohl nicht umsonst vor Beginn des Konzertes mit dem Duo Schöne/Eggert.

Und Dr. Horst Petzold, der Vorsitzende des Freundeskreises der Reger-Tage, zitierte wohl auch nicht ganz zufällig einen früheren Konzertbesucher mit den Worten: "Es muss auch noch in 100 Jahren Max-Reger-Tage in Weiden geben." 100 Jahre? Na ja, auf jeden Fall über das Reger-Jubiläumsjahr 2016 hinaus. Tatsächlich hat dieser Liederabend auf wunderbare Weise deutlich gemacht, welchen Schatz die Stadt mit ihrem Festival hat. Schöne und Eggert feierten am Mittwoch in der Max-Reger-Halle das vermeintlich Randständige mit Liedern von Reger und seinen Zeitgenossen aus den Jahren von 1900 bis 1914. Namen wie Alexander von Fielitz, Paul Graener oder Karl Weigl fanden sich im Programm.

Eine Entdeckung

Karl wer? Schon allein Weigls Lieder "Der Einsamste" und "Der Tag klingt ab", reduziert in den musikalischen Mitteln, zart, ja bezaubernd, waren das Eintrittsgeld allemal wert und sind definitiv eine Entdeckung nicht nur für Fans des Liedgesangs. Paul Graeners Galgenlieder "Palmström singt", ein bisschen gaga, vielleicht auch schon ein wenig dada, sind schlichtweg ein Vergnügen. Und im Anfang von Alexander von Fielitzs "Abendläuten" entdeckte nicht nur Pianist Eggert erstaunliche Parallelen zu John Barry und dessen Musik zu "Moonraker". 007 ließ grüßen. Peter Schöne sang das alles mit seinem ungemein weichen, geschmeidigen Bariton, fand bei Bedarf auch zu einer überaus kultivierten Härte, überzeugte aber vor allem, weil ihm das große Kunststück gelang, die von ihm dramatisch bis ins kleinste Detail durchgearbeiteten Lieder auf eine sehr natürliche, ganz und gar ungekünstelte Weise lebendig werden zu lassen.

Moritz Eggert am Flügel wiederum bewegte sich mit einer Sicherheit und einem großen Verständnis in den zum Teil schon sehr komplexen Strukturen des jeweiligen Klaviersatzes, die man nun auch nicht alle Tage findet.

Ein kleine musikwissenschaftliche Lehrstunde lieferten die beiden mit ihren Erläuterungen zwischen den einzelnen Werken obendrein - mit intellektuellem Anspruch, ja, aber ohne jeden professoralen Dünkel. Kurzum: Dieser Liederabend war schlicht zum Niederknien. Und ein überzeugendes Plädoyer für die Zukunft der Reger-Tage.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.maxregertage.de
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