Das ist Weiden: Rap und Polka

Bild: Karin Wilck

Um 11 Uhr Wolkenbruch. Um 13 Uhr dampft der Park unter der Juli-Sonne. "Meteorologisch interessant", findet das Moderator und Wetterexperte Thomas Bärthlein. Stadtjugendpfleger Ewald Zenger geht durch ein interessantes Wechselbad der Gefühle. Am Ende heißt's: Daumen hoch! "Die Leute derrennen sich."

Das Kinderbürgerfest lockt am Sonntag Tausende nach Weiden. Die Autokennzeichen rund um den Max-Reger-Park führen die Nordoberpfalz rauf und runter. Hunderte Ehrenamtliche aus 70 Vereinen und Institutionen bieten eine Landschaft der Vergnügungen. Dotsch und Waffeln. Zöpfchenflechten und Holzhacken. "Das schönste Fest Weidens", rühmt OB Kurt Seggewiß bei der Eröffnung. Dann schreitet er ungewohnt erhaben über die Wiese: Bänderriss beim Rasenmähen.

Keine zwei Stunden vorher steht das Fest auf der Kippe. Punkt 11 Uhr verdunkelt sich der Himmel. Platzregen. Tosender Wind lässt die Parkbäume ächzen, gottlob vorher abgecheckt von der Stadtgärtnerei. Eine Oma kämpft sich mit Kinderwagen zu einem Pavillon durch. Wie auf Inseln kauern unter jedem Zelt Dutzende Gäste Schulter an Schulter. Donner kracht. Am Stand der Musikfreunde kracht eine Stellwand auf einen Helfer. Schulterverletzung.

Beliebt: Boxring

Zu erkennen sind die Gäste vom Vormittag noch am Nachmittag an derangierten Frisuren und aufgeweichten Kleidern. Schwamm drüber. Der Park ist voll. Buben zieht's zu den Blaulicht-Ständen von THW und Polizei. Die Polizisten Hans Gollwitzer und Stefan Kastl können sich vor kleinen Jungs kaum retten. "Die wollen doch immer Lokomotivführer, Polizist oder Feuerwehrmann werden." Ihnen ist's recht: "Wir brauchen Nachwuchs." Der Boxclub Olympia lädt in den Ring ein. Vor Wjatscheslav Weber hüpfen halbe Portionen mit dicken Handschuhen auf und ab und versuchen, Treffer zu landen. "Da will einer nach dem anderen", staunt Jugendwart Artur Wolochow. "Kinder haben keine Angst."

Am Sonntag fand im im Max-Reger-Park in Weiden das Kinderbürgerfest statt. Für uns war Karin Wilck als Fotografin vor Ort.

Auch das ist Weiden: Die Rapper aus dem Juz ziehen Hunderte Zuhörer zum Pavillon. Für den Rap gegen Krieg ("traurige Kinder, die haben zu viel gesehen") gibt's Jubel. Davor: die Altbairischen. Danach: Breakdance und die jüngste Bigband Bayerns "King Size Youngsters". Auf der Bühne in der Schumacher-Anlage wechseln sich Ballett, Bounce-Dance-Society, Oriental-Tanz "Fire of hearts" ab - unmöglich, alle aufzuzählen.

"Wo issn der Flieger?", ruft Yannick (5). Ja, wo ist der Flieger? Stadtjugendpfleger Ewald Zenger bedauert, dass es deutschlandweit unmöglich sei, einen Versicherer für den Segelflugsimulator aufzutreiben, gleiches gilt für den Bummelzug, der früher durch den Park rumpelte. Einige Anbieter weniger, dafür andere Anbieter neu. Das gleicht sich aus. Erstmals fährt die Stadt- und Jugendblaskapelle - im wahrsten Sinne des Wortes - Pauken und Trompeten auf. Gerhard Scharnagl zeigt, wie aus Blechblasinstrumenten ein Ton herauskommt. Bei manchen Kindern muss er aufpassen, dass das Mundstück nicht verschluckt wird. Klappt's nicht, steht da immer noch die Trommel. "Es läuft gut", freut sich Scharnagl. "Wir suchen immer neue Kinder."

Um 17 Uhr ist Organisator Ewald Zenger "total durch". Von außen angeregnet und von innen durchgeschwitzt. Aber glücklich. "Perfekt, herrlich, happy, fantastisch."
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