Deftig, dreist, frech - erfolgreich

Roland Hefter ist Teil der Gruppe "3 Männer nur mit der Gitarre". Nebenbei tourt er aber auch solo durch Deutschland. Bild: silberpfeil.net

Derb ist er, deftig ist er, so richtig schön "gschert" eben, wie der Süddeutsche zu definieren pflegt, wes Geistes Kind Roland Hefter und seine Arbeit sind. Ein Mensch demnach, der sich nicht groß um herkömmliche Gepflogenheiten einen Kopf macht, der bei seinen Texten auch nicht unbedingt mit den feinsten Umgangsformen daherkommt.

Aber lustig ist unbedingt, was der 47-jährige Ur-Münchner in die Öffentlichkeit posaunt. Zutiefst in der bayerischen Tradition steckt er, also in der Tradition etwa eines Hans Söllner (nicht so oft), eines Haindling (öfter) oder eines Stefan Dettl (ziemlich oft).

Zunächst aber muss die Frage geklärt werden: Was ist dieser "ewige Halbstarke", wie Hefter sich selbst definiert - Musiker, Kabarettist, bajuwarischer Entertainer? "Ich sehe mich zunächst mal als Liedermacher", erklärt sich der Verehrer von Urgestein Fredl Fesl. "Wobei ich zwar Trompete und Gitarre spiele, beides leider nicht sehr virtuos. Aber ich erzähle gerne mit Melodien unterlegte Geschichten. Ich überlege mir eine kleine Story. Wenn die mich überzeugt, entsteht daraus rasch ein Refrain. Und dann kommt der Rest dazu. Alles eigentlich recht einfach."

Mit Augenzwinkern

Heraus kommen bei dieser Vorgehensweise gerne Beobachtungen des Alltags, bevorzugt mit einem Augenzwinkern versehen. Ausgelassen soll es dabei zugehen, immer wieder anarchisch, zotig kann es auch mal werden. Und Roland Hefter freut sich darauf, wenn er seinen Fans gebetsmühlenartig die Parole um die Ohren hauen darf: "Nehmt das Leben nicht so ernst. Und schon gar nicht euch selbst. Habt einfach Spaß am Dasein." Solche Weisheiten - und noch einige mehr - finden sich auf Hefters aktuellem Album mit dem bezeichnenden Titel "I dad's macha". Dass sämtliche Verse in sattem Bayerisch daher kommen, versteht sich von selbst: "Seit ich reden kann, rede ich Bayerisch, in jeder Situation", lacht der Mann, der seit langem im bodenständigem Münchner Stadtteil Ramersdorf zu Hause ist.

"Es wäre total verkrampft, wenn ich mit Hochdeutsch aufwarten würde. Hochdeutsch ist für mich das "Esperanto der Deutschen". Also künstlich, ohne Herz, seelenlos. Für meine Arbeit geht das gar nicht." Für Hefter ist der Antriebsmotor seines Werks "unbedingt der Humor", feixt er, "die Leute sollen lachen bei meinen Konzerten und fröhlich sein. Zwar streue ich ins Programm durchaus einige nachdenkliche Geschichten. Doch ich finde, die Existenz von heute ist bedrückend genug. Die moderne Realität macht mir eher Angst, mit all den Kriegen, der Gewalt, der Trostlosigkeit.

Das Elend muss ich nicht auch noch in meinen Stücken aufgreifen." Komplett einschüchtern lässt Hefter sich von dieser Tristesse allerdings nicht, sagt er: "Das Leben ist zu kurz, als dass ich ein Blatt vor den Mund nehmen würde. Wenn mir etwas stinkt, dann haue ich diese Meinung unmissverständlich raus." Weil der Oberbayer ein vielschichtiger Charakter ist, genügt es dem Vollblut-Künstler nicht, sich nur auf eine einzige Art und Weise der Öffentlichkeit zu stellen. Tatsächlich hat er ein Solo-Programm ausgearbeitet, "bei dem erzähle ich mindestens genauso viele Anekdoten aus meinem merkwürdigen Leben, als dass ich Lieder singe." Nebenbei existiert seit 1995 das Quintett Isarrider, das nach eigener Aussage "Polka-Punk und Bayern-Grunge" zum Besten gibt, definiert Hefter, "wir sind eine Art moderner Spider Murphy Gang." Und schließlich sind da noch die "3 Männer nur mit Gitarre", mit denen der Bayer aktuell in erster Linie auf die Bühnen stiefelt.

"Dieses Trio ist ein echtes Zufallsprodukt, dieser Umstand macht es so interessant", schwärmt Hefter. "Zunächst mal sind wir drei lustige Typen. Doch obwohl uns verbindet, dass wir singen und Gitarre spielen, sind wir absolut unterschiedlich in der kreativen Herangehensweise. Das macht unsere Shows für den Besucher spannend. Hoffe ich zumindest ..."

Drei Freunde

Hinter "3 Männer nur mit Gitarre" stecken die bayerischen Liedermacher und Kabarettisten Keller Steff, Michi Dietmayr und eben Roland Hefter. Die drei Freunde aus Oberbayern nennen sich Musik-Kabarettisten und bedienen sich gnadenlos der Mundart. Alle drei sind regelmäßig mit eigenen Programmen "on the road". Bei den gemeinsamen Auftritten hingegen bieten sie einerseits Solo-Darbietungen, begeistern aber auch mit einem Set in Trio-Besetzung - humorvoll und hinterfotzig, wie sich das für Bajuwaren gehört. "Wer bei uns das Konzert verlässt, ohne wenigstens ein Mal gelacht zu haben", verspricht Roland Hefter, "der kriegt das Eintrittsgeld zurück. Denn dadurch hätten wir unser Klassenziel komplett verfehlt. Lachen hilft dabei, unser merkwürdiges Dasein besser zu ertragen."

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Die "3 Männer nur mit Gitarre" gastieren am Sonntag, 19. April, um 20 Uhr im Salute (Weingasse 5, 92637 Weiden). Einlass ist um 19 Uhr. Tickets gibt es noch an der Abendkasse.
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