Der Mann für die Langstrecke

Der deutsch-russische Pianist Igor Levit tritt am 20. November bei den "Weidener Meisterkonzerten auf". Das Publikum darf sich auf Beethovens "Diabelli-Variationen" und Sonate As-Dur op. 26 freuen. Bild: Felix Bröde

Die "Diabelli"-Variationen, fertiggestellt im Jahr 1823, sind ein gewaltiger Brocken im Schaffen von Ludwig van Beethoven. Sie sind nicht nur eines seiner letzten Klavierwerke, sondern zählen zu den großen Variationswerken in der Geschichte der Klaviermusik. Der Pianist Igor Levit gibt dieses "Mammut-Programm bei den "Weidener Meisterkonzerten" zum Besten.

Am Anfang stand ein hübscher kleiner Walzer. Den schickte sein Verfasser, der Wiener Verleger Anton Diabelli, im Jahr 1819 auf Reisen. Adressaten waren namhafte Komponisten, im Anschreiben die Bitte um eine Variation. Jeder eine, so Diabellis Ansinnen, dem man gerne nachkam. Nur einer nicht. Der lieferte erst einmal gar nichts, sondern sandte vier Jahre später trotzig ein Paket mit sage und schreibe 33 Variationen zurück, an dem Pianisten bis heute schwer zu tragen haben.

Reife und Erfahrung

Die "Diabelli"-Variationen op. 120, die "33 Veränderungen über einen Walzer von Diabelli", fertiggestellt im Jahr 1823 von Ludwig van Beethoven, zählen zu den großen Variationswerken in der Klavier-Geschichte. Als "Abbild der ganzen Tonwelt im Auszuge" umschrieb der damalige Herausgeber Hans von Bülow die monumentale Struktur des gut 50-minütigen Werkes. Reife und Erfahrung sind bei der Interpretation des späten Beethovens mehr als ratsam.

Einer, der keine Lust hat, so lange zu warten, ist der erst 28 Jahre junge, deutsch-russische Pianist Igor Levit. Bereits als 26-Jähriger machte er mit der Einspielung später Beethoven-Sonaten - "Hammerklavier" inklusive - von sich Reden. Zwei Jahre später folgten die Diabelli-Variationen, kombiniert mit den Goldberg-Variationen von Bach und einem zeitgenössischen Variationswerk des Amerikaners Frederic Rzewski.

Ein ungewöhnliches Debut für einen Newcomer, den die Medien schon bald als "Marathon-Mann" feierten, der Mann für die großen Werke, geeicht auf "Willenskraft und Langstreckenkünste". Kritische Fragen bezüglich seines jungen Alters weiß Levit zu kontern. In Anbetracht dessen, "was Beethoven dem Pianisten da abverlangt, an Tempo, an Kraft", entgegnet er in einem Interview, sollte man "in bester physischer und psychischer Verfassung sein". Dass er kräftemäßig in der Lage ist, solche Mammut-Programme zu meistern, bewies er bei den Weidener Musiktagen 2013, wo er mit Beethovens Hammerklavier-Sonate und Regers Bach-Variationen Kritik und Publikum gleichermaßen begeisterte.

Werk mit Variationssatz

Am 13. November um 20 Uhr ist Igor Levit ein weiteres Mal in Weiden bei den "Weidener Meisterkonzerten" in der Max-Reger-Halle zu hören. Auf dem Programm stehen Beethovens "Diabelli-Variationen" und - anstelle der angekündigten Haydn-Variationen - Beethovens Sonate As-Dur op. 26. Ein Werk, das ebenfalls mit einem Variationssatz beginnt. Eine Form, die ihm, so Levit, einfach liege. "Je schneller der Wechsel, je höher die Frequenz, desto besser". Klingt nach einem atemberaubenden Konzertabend für das Publikum.

___

Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unterTelefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und ww.nt-ticket.de

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.weidener-meisterkonzerte.de
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.