Deutsche Exlibris-Gesellschaft tagt in Weiden – 250 Besucher aus 20 Nationen
Kunst am Buch

Birgit Möbel-Stiegler war selbst lange Jahre im Vorstand der Exlibris-Gesellschaft. Zum 125-jährigen Bestehen organisiert Sie die Tagung des Vereins 2016 in Weiden. Bild: Otto

Exlibris, kleine gedruckte grafische Darstellungen - mit einem Namen versehen und in ein Buch geklebt, um es dem Besitzer zuzuordnen - haben eine jahrhundertelange Tradition. Aus diesen Gebrauchsgrafiken hat sich längst eine eigene international orientierte Kunstform entwickelt, der sich in Deutschland seit 1891 die Deutsche Exlibris-Gesellschaft e.V. (DEG) widmet. Die Tagung des Vereins, die Ende April in der Weidener Max-Reger-Halle stattfindet, würdigt ein Jubiläum ganz besonderer Art. Denn in diesem Jahr feiert der Verein sein 125-jähriges Bestehen.

Organisiert wird das Event von 28. April bis 1. Mai von Birgit Göbel-Stiegler. Die Ehefrau von Ludwig Stiegler war bis vor zwei Jahren noch im Vorstand der Gesellschaft tätig. Die Organisation der internationalen Veranstaltung versteht sie als eine Art Abschiedsgeschenk aus der Führungsriege. Natürlich ist sie eine leidenschaftliche Sammlerin der kunstvollen Kleinode. "Ich habe sie nie gezählt, aber etwa 20 000 würde ich schon schätzen." Viele davon gibt sie jetzt allerdings in die Tombola bei der Tagung mit zahlreichen internationalen Künstlern und Sammlern.

Von weit her


Die kommen aus vielen europäischen Ländern sowie aus China, Japan und den USA. Rund 250 Exlibris-Begeisterte aus 20 Nationen werden in Weiden zugegen sein, um zu betrachten, zu staunen, zu tauschen und zu kaufen. Abwechslungsreich und spannend ist die Kunstform Exlibris allemal. Das Spektrum ihrer Schöpfer ist groß. Viele bildende Künstler haben Exlibris entworfen, darunter auch bekannte Vertreter wie Max Liebermann, Alfred Kubin, Gustav Klimt oder Franz Marc, Käthe Kollwitz und Oskar Kokoschka. Damals wie heute bedienen sich die Künstler vorwiegend traditioneller Techniken wie Holzschnitt, Kupfer- und Stahlstich, Lithografie. Seit einigen Jahren werden auch Computer-generierte Exlibris zunehmend beliebter.

Was ist noch Exlibris?


Die ursprünglich für das Einkleben ins Buch bestimmten kleinen Exlibris haben sich immer mehr zu aufwändig gestalteten, großformatigen Grafiken entwickelt. Für manchen Puristen stellt sich da die Frage: Können diese "ausentwickelten" Kunstwerke überhaupt noch Exlibris genannt werden? Antworten darauf sollen bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Tagung gefunden werden. Um auch jüngere Menschen für Exlibris zu begeistern, hat Birgit Göbel-Stiegler einen DEG-Schülerwettbewerb ins Leben gerufen, der mit dem Augustinus-Gymnasium Weiden durchgeführt wurde. Dessen Gewinner werden auf dem Kongress mit Preisen belohnt.

___

Mehr Informationen zur Tagung 2016 mit einer ausführlichen Veranstaltungsübersicht stellt die Deutsche Exlibris-Gesellschaft auf ihrer Website www.exlibris-deg.de zur Verfügung.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.