Ein Festival der Travestie
Frabenprächtige Truppe gastierte in der Max-Rger-Halle

In ihren Damenkostümen und kiloweise Makeup im Gesicht wirken Maria Crohn, Miss Monique und Leslie London, oder wie sie alle heißen, schon ziemlich heiß. Zu vorgerückter Stunde lüften sie Perücken und Glitzerkleider - und sind nur noch ganz normale Mannsbilder.

Seit 25 Jahren ist Plaudertasche Michael Koch alias Maria Crohn zwischen Roding und Braunschweig unterwegs, um mit Kollegen seine wilde Leidenschaft für Verkleidung auszuleben. Am Sonntagabend gastierte die farbenprächtige Truppe in der Max-Reger-Halle. 150 Besucher waren begeistert und versprachen, bei einer Neuauflage der Show im kommenden Jahr, dem Quintett die Treue zu halten.

Lockere Sprüche


Über die Jahre reifte ein Programm aus Cabaret, Comedy und Musik, das jetzt als "Festival der Travestie" auf Tour geht. Maria Crohn ist die mit den lockeren Sprüchen, erzählt von ihren Begegnungen mit den Zeugen Jehovas oder ihrem schier aussichtslosen Kampf mit Kalorien und Kohlehydraten, die rein abspecktechnisch niemals nach 18 Uhr eingenommen werden dürften. Ihr Markenzeichen ist der Vortrag von Conferencen und Stand up Comedy, wobei sie sich immer selber aufs Korn nimmt.

Leslie London hingegen macht auf County-Queen und gibt die Dolly Parton. Auch eine kurzzeitig glatzköpfige Mireille Mathieu ist Teil des Ensembles. Das Publikum hört wundervolle Evergreens, Popklassiker, flotte Discorhythmen und wundervolle Stimmparodien.

Die Kostüme werden in Ateliers in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brüssel und Thailand angefertigt. Alles sind Einzelstücke. Von der Dragqueen bis Sissi. Die Vorbereitung auf den Auftritt ist langwierig. Rund eine Stunde sitzen die "Mädels" in der Maske, kleben künstliche Wimpern an, tragen bunte Fingernägel auf und ziehen drei Paar Damenstrumpfhosen übereinander, weil man sich nicht enthaaren will. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
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