"Endlich bekomme ich dieses Stück"

Für die amerikanische Cellistin Alisa Weilerstein geht mit Dvoráks Cellokonzert h-Moll ein langgehegter Traum in Erfüllung. Bild: Jamie Jung

"Mir war, als ob ich schon mein ganzes Leben darauf gewartet hätte, dieses Werk zu spielen." Ungeachtet der Tatsache, dass dieses "ganze Leben" zu dem Zeitpunkt gerade einmal zwölf Lenze zählte, steckt in diesem Satz alles, was die amerikanische Cellistin Alisa Weilerstein mit Dvoráks Cellokonzert h-Moll verbindet: Ungeheure Sehnsucht und Leidenschaft.

Inwieweit diese Gefühle auch heute noch Weilersteins Spiel prägen, das dürfen die Weidener am Samstag erleben. Am 9. Mai ist Alisa Weilerstein zusammen mit der Tschechischen Philharmonie Prag bei den "Weidener Meisterkonzerten" zu Gast. Ein Sonderkonzert ganz im Zeichen des länderübergreifenden Kulturfestivals "Pilsen 2015". Auf dem Programm stehen Werke von Bedrich Smetana ("Mein Vaterland"), Leos Janácek (Suite aus der Oper "Das schlaue Füchslein") und von Dvorák das Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll.

Tolle Zusammenarbeit

Musikalische Grüße aus Böhmen, die bei der Tschechischen Philharmonie, "dem" Traditionsorchester aus Prag, in den besten Händen liegen. Eine Erfahrung, die auch Alisa Weilerstein machen durfte, als sie Dvoráks Cellokonzert vergangenes Jahr mit der Tschechischen Philharmonie einspielte. In einem Interview schwärmt sie von der "wundervollen Zusammenarbeit", Dirigent Jiri Belohlávek im Gegenzug von Weilersteins "Temperament und Energie". Zwei charakteristische Wesenszüge einer Musikerin, die schon sehr früh wusste, was sie will.

Aufgewachsen in einer Musikerfamilie - die Mutter Pianistin, der Vater Geiger - setzte sie sich im Alter von vier Jahren gegen die Bedenken ihrer Mutter durch und begann Cello zu spielen. "Und eines der ersten Stücke, die ich spielen wollte, obwohl ich wirklich kaum Cello spielen konnte, war dieser Dvorák", sagt Weilerstein.

Lachend erinnert sich die heute 33-Jährige dabei an ihre ersten ungelenken Spielversuche und an den großen Moment, als sie das Werk zum ersten Mal "seriously", also ordentlich, mit einem Lehrer einstudieren durfte. "Endlich bekomme ich dieses Stück in die Hände", so der Stoßseufzer der damals Zwölfjährigen. Es folgten erste Auftritte mit Orchestern in Cleveland und New York, das Studium am Cleveland Institute of Music, verschiedene Auszeichnungen und Preise. Dann der internationale Durchbruch mit Elgars Cellokonzert und der Berliner Staatskapelle unter der Leitung von Daniel Barenboim.

Fesselnder Klassiker

Kurze Zeit später die Einspielung des Dvorák-Konzertes, das nicht nur in der Vita von Alisa Weilerstein einen ganz besonderen Stellenwert hat. Mit seinen einprägsamen Melodien und seiner fesselnden Emotionalität ist es ein Klassiker im Konzertsaal, der am Samstag in Weiden zur Aufführung kommt.

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Info: Alisa Weilerstein und die Tschechische Philharmonie (Leitung: Petr Altrichter) am 9. Mai, 20 Uhr, in der Max-Reger-Halle Weiden. Informationen unter www.weidener-meisterkonzerte.de. Karten an der Abendkasse.
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