Eröffnung der Max-Reger-Tage 2016
"Der letzte Riese in der Musik!

In Weiden verbrachte Max Reger seine prägenden Kinder- und Jugendjahre, erinnerte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (rechts). Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kultur hatte sich zum Empfang der Stadt anlässlich der Eröffnung dieser besonderen Max-Reger-Tage eingefunden. Bilder: Kunz (2)
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
26.01.2016
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"Der Fall Reger muss chronisch werden", forderte die Musikwissenschaftlerin und Reger-Expertin Susanne Popp. Die Stadt Weiden und ihre Kultureinrichtungen haben viel dazu beigetragen, lobte sie.

1973, zu seinem 100. Geburtstag, hieß es, alle Mühen, Max Reger wieder zu etablieren, seien vergeblich gewesen. 2016, zu seinem 100. Todestag, ist es um das Wissen über den berühmten Komponist wesentlich besser gestellt.

Mitte der 1960er Jahre, 50 Jahre nach dessen Tod, sei Max Regers Rezeption auf dem Tiefpunkt angelangt. Der inzwischen modern gewordenen Atonalität mit Zwangsläufigkeit zur Zwölfton- und Reihentechnik habe der in Weiden aufgewachsene Musiker ziemlich fern gestanden, erklärte Musikwissenschaftlerin und Reger-Expertin Susanne Popp am Sonntag in ihrem Festvortrag "Mein Reger" anlässlich der Eröffnung der Max-Reger-Tage.

In der Walhalla vertreten


Vor 100 Jahren starb der große Komponist, der, wie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß beim Empfang der Stadt im Gustav-von-Schlör-Saal betonte, als einziger Weidener in der Walhalla-Ruhmeshalle berücksichtigt sei. Auch wenn Helmut Walcha Reger-Werke 1956 aus der Frankfurter Hochschule verbannen wollte, wie die Referentin unterstrich. Erst 1966 hätten Musikfreunde begonnen, die Vernachlässigung von Regers Werken in den Konzertsälen zu beklagen. Im damaligen Jubiläumsjahr seien Regers Klavier- und Liedschaffen wieder zutage gefördert worden. Doch später, bei den Feierlichkeiten zu Regers 100. Geburtstag 1973, habe man einräumen müssen, dass alle Mühen, Reger wieder zu etablieren, vergeblich gewesen seien. Erst jetzt habe man ihn als Wegweiser mit Januskopf erkannt. Wie habe der Stargeiger Yehudi Menuhin weiland gesagt? "Wenn man sich einem Werk Regers nähert, ist es, als käme man in eine Bibliothek voller Bücher von Kant und Hegel und hätte das beklemmende Gefühl, kein gebildeter Mensch zu sein, ehe man sie nicht alle gelesen und eine Dissertation darüber geschrieben hätte."

Das Max-Reger-Institut bemühe sich deshalb seit Jahren, das Wissen über Reger zu mehren, betonte Susanne Popp. "Der Fall Reger muss chronisch werden." Die Stadt Weiden und ihre Kultureinrichtungen hätten viel dazu beigetragen. Gerade in der "Reger-Dürrezeit" seien sie es gewesen, die mit Einführung der Weidener Musiktage 1973, initiiert vom Förderkreis für Kammermusik, das Schaffen des großen Komponisten wieder in den Blickpunkt gerückt hätten.

Dank galt vor allem Hans-Robert Thomas, Christoph Thomas und Dr. Harald Roth. Ebenso aber auch Professor Kurt Seibert, der 1998 die Max-Reger-Tage in Weiden etabliert habe. Seit seinem Rückzug berate sie Festivalchefin Petra Vorsatz sowie deren Mitarbeiterinnen Irmi Betz und Astrid Karl, sagte Susanne Popp.

Vor dem Eröffnungskonzert mit dem Klavierduo Yaara Tal und Andreas Groethuysen begrüßte OB Seggewiß zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, allen voran Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch, Landtagsabgeordnete Annette Karl und die Freunde der Max-Reger-Tage mit Dr. Horst Petzold an der Spitze. Die diesjährige Veranstaltungsreihe sei der die Stadt 160 000 Euro wert, so der Oberbürgermeister.

Großen Meister groß feiern


"In Weiden verbrachte der letzte Riese in der Musik seine prägenden Kinder- und Jugendjahre", erklärte Seggewiß. "Hierher kehrte Max Reger zurück, um nach einer großen Lebenskrise wieder Kraft zu schöpfen." Grund genug, diesen großen Meister der Musik auch groß zu feiern.
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