Erster Akt ohne Happy-End
"Freunde der Kulturbühne" gegründet, aber noch ohne Vorstand

Eine Runde Ratlosigkeit: Petra Vorsatz (vorne, links) hatte am Ende zwar die fertige Satzung im Laptop, doch Johannes Häring, Sabine Guhl und Stefan Voit (am Tisch von links) warben vergeblich um Vorstandsmitglieder. Bild: rg
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
09.03.2016
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Der erste Akt war schwere Kost. Zwei Stunden und einige komplizierte Dialoge brauchte es am Dienstagabend, bis die Satzung für den neuen Kulturbühne-Förderverein endlich zusammengeschustert war. Und trotzdem gab es danach kein Happy-End. Unter den wenigen Besuchern im Kulturzentrum Hans Bauer fand sich niemand, der ein Vorstandsamt übernehmen wollte. Die Versammlung vertagte sich bis nach Ostern. Eine Zeit, die genutzt werden soll, um gezielt mögliche Kandidaten zu begeistern.

Überhaupt ließ die Resonanz zu wünschen übrig. 500 Einladungen zur Gründungsversammlung hatte Kulturamtschefin Petra Vorsatz verschickt, nur rund 30 Kulturinteressierte waren gekommen. Vorsatz schilderte ihnen die Ausgangslage: Das bisherige Vierer-Organisatoren-Team - neben Vorsatz auch Sabine Guhl (Regionalbibliothek), Johannes Häring (Max-Reger-Halle) und Stefan Voit (Der neue Tag) - könne die Tourneetheater-Organisation "nicht mehr alleine tragen". Der Verein "Freunde der Kulturbühne Weiden" beziehungsweise dessen Vorstand müsse künftig die Mehrzahl der Lasten schultern - von Messebesuchen über die Auswahl der Stücke bis hin zu Werbemaßnahmen und der Betreuung der Homepage.

Städtischer Einfluss


Diskussionen entbrannten gleich wegen des obersten Vereinszwecks. "Die Organisation und Durchführung kultureller Veranstaltungen in Absprache mit Verantwortlichen der Stadtverwaltung Weiden" - so lautete der Vorschlag. Unter anderem Mike Girke und SpVgg-SV-Vorsitzender Kurt Haas warnten davor, einen städtischen Einfluss derart zu verankern. Der Passus "in Absprache ..." entfiel schließlich gänzlich. Beim Erstellen der Satzung gaben insbesondere Vereinsvertreter wie Haas und Gerhard Ertl (Narrhalla) wertvolle Tipps. Sieben Gründungsmitglieder unterschrieben die Vereinsstatuten.

Neben dem Vorstand können bis zu fünf Beisitzer mitarbeiten. Unklarheit herrschte darüber, inwiefern das bisherige Organisationsteam noch Aufgaben übernehmen kann. Sabine Guhl winkte ab: Nach Stellenkürzungen in der "Regi" "haben wir keine Kapazitäten mehr". Voit erklärte sich bereit, weiter die Reihe "Klein & Kunst" zu betreuen. "Ein paar Dinge können gemacht werden", sagte Häring. "Aber der Verein muss deutlich mitarbeiten." Bereits unter Dach und Fach sei die Saison 2016/17.

Dennoch zeigte sich einzig SPD-Stadtverbandschef Norbert Freundorfer willig, im Führungsteam mitzumischen: als Kassenprüfer. Da half es auch nicht, dass Guhl an eine Aussage im Kulturbeirat der Stadt erinnerte: "Wenn kein Verein gegründet wird, stirbt das Theater in Weiden." Stadtrat Veit Wagner bat schließlich um eine Vertagung, "um weitere Interessenten anzusprechen". Von mindestens zwei, die sich engagieren wollen, wusste CSU-Kreischef Stephan Gollwitzer. Wegen der gleichzeitigen Versammlung des Heimatrings waren sie am Dienstag verhindert. Petra Vorsatz: "Wir lassen es nochmal sacken."
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