Experiment in St. Augustin

Spektakulär: Lüster "Goldene Sterne" von Axel T Schmidt. Bild: ske
 
Dieses Werk stammt von Tomas Kus aus Tschechien.

Die Nachbarschaft zwischen Bayern und Sachsen besteht schon lange. Auch die willkürlich gezogene Mauer konnte die gefühlte Nähe über 28 Jahre hinweg nicht vollends zerstören. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" wurden alte Freundschaften neu belebt, mit Städtepartnerschaften zum Ausdruck gebracht. Seit 25 Jahren gibt es mittlerweile die Partnerschaft zwischen Weiden und Annaberg-Buchholz im Erzgebirge.

Weiden. Anlässlich des Jubiläums reiht sich der Oberpfälzer Kunstvereine in die Feierlichkeiten ein, gestaltet gemeinsam mit Künstlern aus dem Raum Annaberg-Buchholz und dem Raum Pilsen eine Skulpturen-Ausstellung. "Nachbarschaften" wurde am Sonntag in der ehemaligen Kirche St. Augustin im Beisein zahlreicher Künstler und Ehrengäste eröffnet. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß erhielt die "Ehrenmitgliedschaft" des OKV. "Aus der Ehrenmitgliedschaft erwächst für Sie keine Pflicht, sie soll für Sie eine Freude sein", betonte OKV-Vorsitzende Irene Fritz. Die Überlegung, dass er jetzt künstlerisch tätig werden könnte, zog Kurt Seggewiß in Zweifel, seine Talente lägen an anderer Stelle.

Großes künstlerisches Talent besitzen hingegen alle Künstler, die bis 12. Juli ihre rund 50 Werke in der Augustinerkirche zeigen. "Die Ausstellung ist ein Experiment, will keine vorgefertigten Lösungen anbieten", erklärt Irene Fritz. Wege zueinander sollten gefunden werden, Menschen zueinander führen, die sich bislang fremd waren. Die Präsentation sei mit ihrem offenen Weg eine Parabel für die Gesellschaft, für das menschliche Miteinander.

Die "Nachbarschaft" sprich "Partnerschaft" mit Annaberg-Buchholz sowie mit der Union der bildenden Künste in Pilsen bringt künstlerische Freundschaft und Verbundenheit zum Ausdruck, schlägt sich immer wieder in interessanten gemeinsamen Präsentationen nieder. Rund 30 Künstler aus der Oberpfalz, der Region Annaberg-Buchholz und dem Raum Pilsen zeigen jetzt in Weiden Plastiken, Holz- und Keramikarbeiten, Reliefs und Skulpturen.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß zeigte sich bei der Eröffnung "überrascht bis begeistert, wie man das Thema Nachbarschaft, das friedvolle Miteinander von Menschen gestalten kann. Künstlerische Netzwerke tragen zu guter Nachbarschaft bei." Kurator Hugo Braun-Meierhöfer, Weidener Künstler und OKV-Mitglied, erklärte den Aufbau der Ausstellung, schilderte die Überlegungen zur Gliederung der Präsentation. Unterstützt wurde bei der Auswahl der Künstler aus Annaberg-Buchholz wurde er von Jörg Seifert, der die dortigen Künstler zur Teilnahme eingeladen hatte.

Irene Fritz ergänzt: "Mein Ziel als OKV-Vorsitzende ist es, neue Präsentationen anzubieten, in neuen Räumen. Wir wollen neue Kunstfreundschaften und neue Nachbarschaften knüpfen." Die verwendeten Materialien sind ebenso vielfältig wie die Statements, die wohl jeder Künstler mit seiner Arbeit abzugeben versucht. Und sie sind so unterschiedlich wie die Künstler selbst. Eigene Persönlichkeiten mit eigenen Überzeugungen schaffen eigene Werke auf eigenen Wegen. Der Phantasie des Betrachters sind keine Grenzen gesetzt, die gezeigten Objekte sprechen für sich, geben jedem die Möglichkeit zur individuellen Definition. Irene Fritz: "Die Ausstellung ist ein Rätsel mit offenem Ausgang."
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