Falle schnappt bei Enya zu

Die Polizei entdecke an der Weiheranlage bei Eslarn unter anderem ein weiteres Tellereisen im gespannten Zustand, Zugfallen und intakte Drahtschlingenfallen. In das große Tellereisen (hinten, links) trat die Hündin Enya. Bild: tss

Eigentlich hatte sich das Ehepaar Rieck auf einen gemütlichen Sonntagsspaziergang mit den beiden Hündinnen Enya und Whoppi gefreut. Doch dann trat eines der Tiere an einem Weiher bei Eslarn in eine Schlagfalle.

"Das war ein Alptraum", denkt Brigitte Rieck mit Schrecken an den Sonntag zurück. Zusammen mit ihrem Mann Manfred fuhr sie nach Eslarn, um mit den beiden Berner Sennenhunden durch die Natur zu streifen. "Wir hatten extra eine schattige Route ausgesucht, da es so heiß war", erzählt die Weidenerin.

Total verstört

Die hohen Temperaturen machten die Tiere trotzdem durstig. Als das Ehepaar mit den Vierbeinern an einer Weiheranlage vorbeikam, rannte die siebenjährige Enya los, um an einer seichten Stelle zu trinken. "Ich hatte noch einen Draht gesehen. Nach ihr gerufen. Aber da war es schon zu spät. Sie stand schon im Wasser", erinnert sich Rieck. Plötzlich war das Tier total verstört. Kam nicht mehr aus dem Teich.

Daher holte Manfred Rieck Enya aus dem Wasser. Was die Weidener dann sahen, "war ein riesiger Schock für uns". Am rechten Hinterlauf des Berner Sennenhunds hing ein Tellereisen. Trotz aller Bemühungen gelang es den beiden nicht, die Falle zu öffnen. Zufällig kam ein Ehepaar vorbeigeradelt. "Ich habe nach ihnen geschrien und sie sind sofort hergekommen", sagt die Weidenerin. Mit vereinten Kräften schafften sie es schließlich, das Eisen auseinander zu drücken und den Hinterlauf des Tiers zu befreien.

Der Tierarzt stellte bei Enya Weichteilverletzungen im Bereich der Achillessehne sowie haut- und Unterhaut-Traumatisierungen fest. "Sie hat wahnsinniges Glück gehabt. Ein kleineres Tier hätte sein Bein verloren", ist sich Rieck sicher. Die Hündin bekommt noch immer Antibiotikum. Allerdings ist die Schwellung am Lauf schon zurückgegangen. Am Mittwochvormittag war die Weidenerin mit ihrem Liebling schon wieder spazieren. "Enya hat aber jeden Weiher gemieden, obwohl sie eine Wasserratte ist", spricht das Herrchen die Traumatisierung ihres Tiers an.

Noch ein Tellereisen

Um so mehr erschrecken die Riecks, als sie von der Polizei erfahren, dass an der Weiheranlage noch mehr Fallen aufgestellt waren. Sie hatten noch am Sonntag das Tellereisen zur Polizeiinspektion nach Vohenstrauß gebracht. Und am selben Tag machten sich Beamte noch zu dem Teich bei Eslarn auf. "Die Kollegen haben nicht schlecht gestaunt, als sie dort noch ein weiteres kleineres Tellereisen im gespannten Zustand, zwei einsatzbereite Zugfallen und vier intakte Drahtschlingenfallen fanden", sagt Hauptkommissar Norbert Kellner.

Nun würden Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Bayerische Jagdgesetz und das Tierschutzgesetz (Infokasten) laufen. "Es liegt der Verdacht nahe, dass die Fallen wegen Biber aufgestellt wurden", erklärt Kellner. Allerdings müsse erst der Verantwortliche ermittelt werden. Dieser habe mit einer Geldstrafe zu rechnen, denn das Aufstellen der Fallen sei keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat.
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