Finde den Schatz vor der Haustür
Interessantes Kulturprogramm bei Landestagung in Weiden

Der fränkische Sing- und Songwriter Wolfgang Buck trat beim Kirchentag im Schlör-Saal auf. Sein Thema: "Su kammas aushaldn."
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
12.06.2016
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Dass Kulturprogramm stand am samstagabend im Mittelpunkt der Landestagung "Kirche mit Kindern". Während Liedermacher Wolfgang Buck im Schlör-Saal auftrat, ging es im Gustl-Lang-Saal um ein wundervoll poetisches Märchen des Landestheaters Oberpfalz aus der Feder von Paul Maar mit dem Titel "Der verborgene Schatz." Darin wurde die Erkenntnis aufgegriffen, dass man manchmal weit gehen muss, um einen Schatz zu finden, der vor der eigenen Haustür liegt. Bilder: Kunz (2)

In der Max-Reger-Halle tagt der Landesverband für Evangelische Kindergottesdienstarbeit in Bayern. Das Untergeschoss ist zum Esszimmer umfunktioniert und wirkt wie eine Jugendherberge. Es gibt jede Menge Workshops.

Die Landestagung "Kirche mit Kindern" war am Wochenende ein arbeitsintensives Fest für Jung und Alt. Während tagsüber getagt wurde, kletterten Freiwillige spätabends mit Türmer Christian Stahl auf den Turm der Michaelskirche. Vorher gab es in der Reger-Halle zwei sehenswerte Gastspiele. Eines vom Landestheater Oberpfalz, ein anderes vom fränkischen Sing- und Songwriter Wolfgang Buck. Sein Thema: "Su kammas aushaldn."

Im Gustl-Lang-Saal ging es um ein wundervoll poetisches Märchen aus der Feder von Paul Maar mit dem Titel "Der verborgene Schatz." Darin wurde die Erkenntnis aufgegriffen, dass man manchmal weit gehen muss, um einen Schatz zu finden, der vor der eigenen Haustür liegt.

Muhar der Kleine, der eigentlich Muhammar Ben Hadschi Abbul Abbas Ibn Hadschi Davud Al Gossarah - hier wird die Nähe zu Karl May deutlich - heißt, möchte Jasmina heiraten. Sie ist die schöne und stolze Tochter des reichsten Kaufmanns der Stadt. Doch Jasmina lacht ihn aus, weil sein Geschäft viel kleiner ist als das von Muhar dem Großen.

Gefährliche Reise


Der betreibt in der gleichen Straße ein prunkvolles Schmuckgeschäft. Daraufhin begibt sich der kleine Muhar auf die Suche nach einem Schatz, der ihm die Hand von Jasmina bringen soll. Nach einer gefährlichen Reise findet er tatsächlich Gold und Edelsteine - aber vor allem einen noch viel größeren Schatz als der, nach dem er gesucht hatte.

Während Muhar im Laufe der Geschichte immer mehr an Größe gewinnt, ist ein Finger von Wolfgang Buck, der oben im Schlör-Saal seine Lieder sang, seit nunmehr Januar ein Stück kürzer. Der Grund: "Ich hab' mir eine Axt gekauft." Die blutigen Folgen beschrieb er seinem Publikum ausführlich, ob es die nun hören wollte oder nicht.

Dabei sei die Axt sogar Test-Sieger im Internet gewesen. "Da hab ich nachgeschaut." Das Beil stammte aus der Werkstatt eines finnischen Herstellers, der bekannt für seine scharfen Sachen sei. Gut fürs Krankenhausgeschäft, wie ihm der Oberarzt in der Notfallaufnahme versichert habe. "Ja, mit der Firma haben wir hier auf der Handchirurgie einen Sammelvertrag. Und auch mit einer deutschen Kettensägen-Firma."

Die ersten vier Wochen nach dem Hieb hatte er seine Gitarren mit Stahlkappe gezupft. "Jetzt geht's inzwischen mit Pflaster." Dass hieß aber nicht, dass sein Programm nur schnell mal so zusammengeklebt war. "Wir werden den Abend schon einigermaßen rumkriegen." Buck verband fränkischen Schmäh mit fränkischen Songs und begleitete sich mit einer seiner vier Klampfen, die wie Soldaten neben ihm standen.

Deutscher Größenwahn


Es ging über den Größenwahn, darum, dass wir Deutschen immer die Besten sein müssen und in unserer Hybris nur noch von den Amerikanern getoppt werden. "Wir Deutschen haben die größten Zucchini, bauen die saubersten Dieselmotoren und Flughäfen in null Komma nix."

Es ging aber auch um Gurken, Pasta, Pizza, um Bratwürste mit Sauerkraut und Presssack mit Musik und um die Erfahrung, dass es in italienisches Essen allein schon deswegen besser schmeckt als das fränkische, weil es einfach anders klingt.

Zum Abschluss die Predigt des LandesbischofsWeiden. (uz) Heinrich Bedform-Strohm betonte in seiner Predigt, dass Kindergottesdienste jede Minute Engagement wert seien. Es sei heute schwerer als früher, Eltern und Kinder zum Besuch der Kindergottesdienste zu motivieren. Schuld seien die Reizüberflutung und Lebenspräferenzen, denen Familien heute ausgesetzt seien.

Doch die "Inbrunst" und Offenheit der Kinder etwa beim gemeinsamen Singen im Kindergottesdienst oder ein "begeistertes Zuwinken" eines Kindes auf der anderen Straßenseite sei "das Engagement wert", Dies könne den Mitarbeitern zeigen, wie wichtig der Kindergottesdienst für viele Kinder sei.

Die Arbeit im Kindergottesdienst lebe aus der Sehnsucht, dass die Reich-Gottes-Verheißungen Jesu wahr würden, sagte der evangelische Landesbischof, dass die Menschen trotz aller Fehler und allem Versagen von Gott mit offenen Armen empfangen würden, die Gewalt endlich überwunden, alle Tränen abgewischt und Kinder überall auf der Welt wieder unbeschwert spielen und übermütig lachen könnten.

Dabei umarmte er auch die Flüchtlingskinder, die mit ihren Eltern oder alleine aus den Kriegs- und Krisengebieten des Nahen Ostens nach Deutschland geflohen seien und unterstrich das Heimatgefühl, das den einen oder anderen veranlasse, wieder zurückzukehren.

Der Landesbischof rief die Gläubigen dazu auf, dem Gesang der Kinder zu lauschen. Wer diese Inbrunst höre, spüre, dass Offenheit jede Anstrengung und Mühe von Kindergottesdienstteams wert sei.
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