Flüchtlingskinder willkommen

Schulstart am Rehbühl: In diesem Jahr im Kombi-Modell. Archivbild: Huber
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
09.09.2015
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Naht die Rettung in Form von Flüchtlingskindern? 320 Abc-Schützen drücken ab Dienstag in Weiden die Schulbank. Wieder ein Rückgang. In den Vorjahren waren es 350 und 330.

(ca) Und es könnte schlimmer sein. Schon jetzt helfen Kinder von Asylbewerbern aus dem demographischen Tal. In der 1. Klasse der Gerhardingerschule sitzen drei kleine Syrer und zwei Ukrainer. Insgesamt sind es nach Rücksprache bei allen Weidener Rektoren aber vermutlich nicht einmal zehn Flüchtlingskinder mit Schultüte. Ein Überblick:

Clausnitzer-Grundschule: Die etwa 30 Abc-Schützen in Weiden-Ost werden schnell Anschluss finden: Sie werden in drei FleGs-Klassen 1/2 eingeschult. Die Klassleiter sind Renate Oswald, Diana Renner und Elke Beer. Unter den Schützlingen von Rektorin Silvia Bäumler befinden sich keine Flüchtlingskinder.

Gerhardinger-Grundschule: Ganz anders die Situation an der Gerhardinger-Grundschule. Schon immer ist der Anteil an ausländischen Kindern in der Innenstadtschule groß (rund 40 Prozent): Beim letzten Schulfest dauerte es geraume Zeit, bis die Begrüßung in allen über 20 Muttersprachen erfolgt war. Für Rektorin Anna Kellner und ihr Kollegium ist das kein Problem, und für den Nachwuchs erst recht nicht: "Ich muss unsere Kinder hier mal loben: Sie gehen sehr offen auf neue Kinder zu." Auch auf die 19 Flüchtlingskinder, die hier zur Schule gehen. Fünf davon kommen in die erste Klasse (drei Syrer, zwei Ukrainer).

Insgesamt beträgt die Zahl der Schulanfänger damit 39, aufgeteilt auf eine 1a (Leiter Alois Bayerl) und eine Ganztagsklasse 1b (Klassleitung Susanne Schöcklmann, wegen Elternzeit vertreten von Susanne Nied). Aufgrund der besonderen Situation sind der Schule zusätzliche Förder-Deutsch-Stunden zugeteilt worden. Bange ist Rektorin Anna Kellner ohnehin nicht: "Je jünger die Kinder, umso schneller lernen sie das."

Albert-Schweitzer-Schule: International ist traditionell auch die große Schule im Stadtteil Stockenhut unter Regie von Rektorin Evelyn Dineiger. Hier werden 49 Kinder eingeschult. Das FleGs-Modell hat sich bewährt. Die 49 Erstklässler bilden mit den Zweitklässlern fünf Jahrgangskombis 1/2. Die Klassleitungen liegen in bewährten Händen von Evi Biller, Karl Balk, Christa Kneidl, Dr. Bernd Schuch und Martina Werner.

Die Schule liegt im Einzugsbereich der Unterkunft Camp Pitman. Konrektorin Martina Werner schätzt die Zahl der Flüchtlingskinder unter den Schülern dennoch als gering auf "nicht ganz zehn" ein. Das kann sich ändern: "Die Welle rollt ja erst."

Hans-Sauer-Grundschule Rothenstadt: Die meisten Erstklässler verbucht die Rothenstädter Schule: 60 Kinder in drei ersten Klassen. Unterrichtet werden sie von Petra Walberer, Alexandra Ponnath-Dirscherl und Denise Leonhard. Flüchtlingskinder sind hier derzeit kein Thema, so Rektor Christian Kauschinger. Einen interessanten Vergleich kann er mit seiner Frau ziehen: Gabriele Wachter-Kauschinger ist Rektorin in Windischeschenbach. Sie stellt sich angesichts der aktuellen Lage (Stützelvilla) auf einen Anstieg an Flüchtlingskindern an ihrer Schule ein.

Hans-Schelter-Schule: In Weiden-West werden aus 37 Erstklässlern zwei jahrgangsreine erste Klassen gebildet. Klassleiterinnen sind Gabriela Bäumler und Petra Wendler-Höfer. "Bis dato haben wir keine Flüchtlingskinder", sagt Rektorin Petra Demleitner-Lebegern. Sie führt das darauf zurück, dass im Einzugsbereich (noch) keine Unterkünfte sind.

Rehbühlschule: Gleiches gilt für die Nachbarschule am Rehbühl. Hier steht man nicht vor der Aufgabe, Flüchtlingskinder zu integrieren. Hier steht man eher vor der Aufgabe, das Kombimodell in der Jahrgangsstufe 1 einzuführen. Nur 40 Kinder werden eingeschult (Vorjahr 60). Daraus wird eine erste Klasse gebildet. Die Leitung hat Konrektorin Ingrid Meyer. Zusätzlich geht eine Kombiklasse 1/2 an den Start (Leitung Eva Kraus). Eine Schultüte wäre auch für Rektorin Diana Neidhardt drin, die neu an der Rehbühlschule ist.

Hammerwegschule: Und auch am Hammerweg hätte sich die Rektorin eine Schultüte verdient: Gisela Sparrer ist die neue Schulleiterin. Sie freut sich über 38 Erstklässler, aufgeteilt auf eine erste Klasse (Leiterin Gudrun Seidl) und eine Kombi 1/2 (Margit Bauer). Flüchtlingskinder werden hier aktuell nicht erwartet.

Stötznerschule: Die Förderschule erwartet acht Schulanfänger.

Montessorischule: Die Schule in Neunkirchen war am Dienstag telefonisch nicht zu erreichen. Letztes Jahr wurden 17 Kinder eingeschult.
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