Franken willkommen

Männer müssen unter den neuen Pflegekräften mit der Lupe gesucht werden. Nach wie vor sind Pflegeberufe eine Frauendomäne. Die Abschlussfeier der Berufsfachschulen für Krankenpflegehilfe und für Operationstechnische Assistenten bewies dies erneut. Bild: sbü

Die Kooperation hat sich bewährt. Zwei Kliniken aus der Oberpfalz und zwei fränkische Kliniken unterhalten gemeinsam Ausbildungseinrichtungen für Pflegekräfte. Bei der Abschlussfeier der beiden Berufsfachschulen für Krankenpflegehilfe sowie für Operationstechnische Assistenten wurde auch Fränkisch gesprochen. Die Schulen gehören zum Klinikum Nordoberpfalz.

(sbü) Die Absolventen kommen aus vier Standorten: Burgebrach, Fürth, Amberg und Weiden. Die Kliniken dieser Städte sind Kooperationspartner der beiden Berufsfachschulen. 32 Absolventen dieser Schulen haben jetzt ihre Ausbildung abgeschlossen und ihre Zeugnisse überreicht bekommen.Und weil Pflegeberufe zu den Mangelberufen gehören, steht ihnen allen der Arbeitsmarkt weit offen. So die einhellige Aussage in allen Ansprachen. Schulleiterin Elisabeth Stahl organisierte eine unterhaltsame Abschlussfeier, die den Teilnehmern lange in Erinnerung bleiben wird.

Zunächst unterhielt sie ihre Zuhörer mit einer durch flotte Rhythmen unterlegten Präsentation der Ausbildungszeit. Anknüpfend an die unterschiedlichen Herkunftsorte trug Elisabeth Stahl viel Humoriges vor. Zum Beispiel, dass die "Bayern-Fans in Weiden Konkurrenz durch Club-Fans bekommen haben". "Vielleicht sollten wir von den Bewerbern verlangen, Club-Fan zu sein, da Leidensfähigkeit auch im Operationssaal erforderlich ist?"

"Doleranzen sind für die Franken Abweichungen vom exakten Vorschriftsmaß beim Sägen und Bohren auf dem OP-Tisch. Ein Oberpfälzer zeigt dagegen bei diesem Klangbild auf den dicken Bauch des Nachbarn", sagte Elisabeth Stahl. Spätestens mit diesem Satz löste die Schulleiterin lautes Lachen und Beifall aus.

Doch auch Nachdenkliches wurde vorgetragen. Unter anderem von OB Kurt Seggewiß, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Kliniken Nordoberpfalz. Er gab den Absolventen den Rat: "Ihre Ausbildung war nur kurz, die Weiterbildung muss ein Leben lang sein."

Klinikenvorstand Josef Götz informierte, dass unter den 21 erfolgreichen Krankenpflegehelfer-Absolventen 18 in eine weiterführende Ausbildung einmünden. "Und die 11 Operationstechnischen Assistenten haben schon im Februar die Zusage für die Übernahme bekommen." Mit Stolz erwähnte Götz auch, dass die Gesundheitsakademie "New life" seines Klinikums "der größte Ausbildungsbetrieb in der Region ist".

Einserschüler

Im Anschluss wurden die Jahrgangsbesten geehrt. Dazu zählten Laura Knorr (Note 1,2), Silvia Hagn, Janika Maier und Nadine Schuster (jeweils 1,4) bei den Krankenpflegehelfern und Nicole Busch (1,42), Lukas Wurzer (1,58) und Kathrin Maar (1,67) bei den Operationstechnischen Assistenten. Auffallend für die Besucher der Abschlussfeier war: Nach wie vor ist der Pflegeberuf eine weibliche Domäne. Unter den 32 Absolventen waren fünf Männer. Für Unterhaltung sorgte das Quartett "Saxndi".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.