Gemeinschaftsaktion der Weidener Kunstvereine: 2 + 4 Wachstumslinien
Auch künstlerische Einheit muss wachsen

Zwei Seiten einer Medaille: Irene Fritz und Wolfgang Herzer haben mit + 4 Wachstumslinien ein spektakuläres Aktionskonzept zum Tag der Deutschen Einheit entwickelt. Bild: otj

(otj) Zum Tag der Deutschen Einheit bringen Irene Fritz vom Oberpfälzer Kunstverein und Wolfgang Herzer vom Kunstverein mit "2 + 4 Wachstumslinien" eine große gemeinsame Aktion an den Start. Zu diesem Symposium ist auch der Kunstkeller der Partnerstadt Annaberg-Buchholz zu Gast, zu dem Irene Fritz enge Verbindungen hat.

Als die Grenzen aufgingen, hatte Herzer zu den Kunstszenen im Osten schnell produktiven Kontakt geknüpft. Vor allem in Prag lernte er wichtige Galeristen kennen und konnte so bald hochkarätige Künstler von der anderen Seite des Eisernen Vorhangs im Kunstverein Weiden ausstellen. "Weiden war eine Plattform der Ost-West-Bewegung."

Dass dies auch heute gilt, darin sind sich beide einig. Es geht um die Kunst als Mittel der Kommunikation und der Annäherung, die da anfängt wo Sprechsprache ihre Grenzen hat. So ist auch die Aktion in den Räumen des Kunstvereins konzipiert. Dort werden Künstler aus den Weidener Vereinen und Annaberg vom 30. September bis 3. Oktober gemeinsam an einer vier Meter langen Linol-Schnitt-Tafel arbeiten. In einer gemeinsamen Aktion wird ein Druck der Riesen-Platte gefertigt. "Der Bauhof stellt uns dazu eine kleine Walze zur Verfügung", freut sich Fritz. Das überdimensionale Ergebnis ist ab 2. Oktober für sechs Wochen im Kunstverein zu sehen.

"2 + 4" soll an die historischen Verträge erinnern. Die Wahl des Werkstoffs ist dem zweiten Teil des Veranstaltungstitels geschuldet. Bewusst gezogene Linien, mit dem Messer in Linol geschnitten, machen Umrisse fest, stehen für Zusammenhalt, Entgrenzung und Wachstum.

Die Aktion kann ein erster Schritt zu einer intensiveren Zusammenarbeit sein. Sicher, die Konzepte unterscheiden sich stark. Während der Oberpfälzer Kunstverein ein Zusammenschluss regionaler Künstler ist, nimmt der Kunstverein Weiden die Rolle einer nationalen und internationalen Galerie ein. Trotzdem: "Ich denke, wir sind zwei Seiten einer Medaille", sagt Irene Fritz überzeugt.

Eine Partnerschaft der Kulturtreibenden ist in Weiden unabdingbar - Synergien müssen über die Genregrenzen hinaus entstehen. Der Stadt sitzt der Geldbeutel derzeit nicht gerade locker. Und eine zentrale Koordination der Kunst- und Kulturszene gibt es nicht wirklich. Dabei sind sich viele Weidener einig: Kunst ist wichtig für eine lebenswerte Stadt.

Die Eröffnungsaktion zu "2 + 4 Wachstumslinien" beginnt am Sonntag um 13.30 Uhr in den Räumen des Kunstvereins Weiden, Ledererstraße 6. Für die Besucher gibt es eine offene Druckaktion. Am Montag, 3. Oktober, ist Besuchertag (14 bis 18 Uhr).
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