"Große Schlager Hitparade 2016" in der Max-Reger-Halle
700 Besucher feiern G.G. Anderson

Eine Stunde lang enterten die "Calimeros" die Bühne bei der "Großen Schlager Hitparade" in der Max-Reger-Halle. Besonders viel Applaus brandete auf, als das Trio aus der Schweiz seinen Hit "Schiff ahoi" sang. Bilder: Kunz (4)
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
06.11.2016
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Der Mann, auf den das Publikum den ganzen Abend gewartet hat: G. G. Anderson. Trotz entzündeter Stimmbänder sang er "Griechischer Wein".

Als der stark erkältete Schlagerstar G. G. Anderson die Bühne der Max-Reger-Halle betrat, war es bereits nach 23 Uhr. Der HNO-Arzt habe ihm eine Stimmbandentzündung diagnostiziert, sagte er. Und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als ihm der Sänger eröffnete, dass er unbedingt sein Weidener Konzert singen will.

Der Mann hätte ins Bett gehört oder wenigstens gleich zu Beginn der "Großen Schlager Hitparade 2016" am Freitagabend in der Max-Reger-Halle seine fünf Lieder singen sollen. Da der Auftritt des 66-Jährigen allerdings das Highlight des Abends war, musste G. G. Anderson hinter der Bühne bis zum großen Finale durchhalten.

Andrea Jürgens (49), die diese "Große Schlager Hitparade" vor rund 700 Besuchern eröffnete und beim großen Showdown fehlte, war da längst schon im Hotel, wohin eigentlich Mister "Sommernacht in Rom" bei einem heißen Glas Grog hingehört hätte. Unter den Fans gab es bei seinem Auftritt trotzdem kein Halten mehr. Mit großer Geste sang der Barde mit glühenden Augen zwei Lieder von seiner jüngsten Platte "In dieser Sommernacht". Den "Griechischen Wein" aus der Feder des Über-Schlagersängers Udo Jürgens hätte es bei fünf Songs, die er interpretierte, nicht gebraucht. Hat G. G. Anderson in seiner jahrzehntelangen Karriere doch selbst unzählige Hits herausgebracht. Aber seine Gattin habe es verlangt.

Einst bei Rudi Carrell


Andrea Jürgens war in den Siebzigern ein Kinderstar, Jack White hat sie entdeckt. Ihr großer Hit war damals "Und dabei liebe ich euch beide" und erreichte in der Sendung "Am laufenden Band" von Rudi Carrell ein Millionenpublikum. Sie hatte noch ein paar erfolgreiche Nummern. Später wurde es stiller um die Sängerin. Der Reiz an der Weidener "Hitparade" war natürlich, die Schlagerstars von einst und heute live zu erleben.

"Klingelingeling". Moderiert hat das kunterbunte Schlagerfestival der singende Journaliste und "Hunderttausend Engel"-Star Sascha Heyna. Als absoluten Quatsch bezeichnete er den Jugendwahn im Deutschen Fernsehen. Heyna, der über seine Schlagertätigkeit hinaus auch in der Seniorenpflege aktiv ist, sagte: "Für mich gibt es nichts Interessanteres, als alten Menschen zuzuhören, wenn sie ihre Lebensgeschichten erzählen." Riesenapplaus brandete auf.

Der dritte im Bunde war Andreas Martin, ein Hüne von zwei Metern. Er entdeckte 1975 Wolfgang Petry und komponierte Riesenhits für Juliane Werding, Roger Whittaker und Nino de Angelo. Zusammen mit Drafi Deutscher bildete er das Duo "New Mixed Emotions". Für "Brunner & Brunner" schrieb er "Schenk mir diese eine Nacht". Die Fans hörten viele Kostproben seiner Musik.

"Calimeros" machen Spaß


Nach der Pause hatten die Zuschauer allen Grund zur Freude. Mit dem Schweizer Trio "Calimeros" kam eine überaus sympathische Gruppe auf die Bühne, die einmal mehr die Grenzen zwischen Schlager und Ironie sprengte. Die Drei gaben Unterricht in Switzerdeutsch, sangen knapp eine Stunde lang nicht nur ihre größten Hits wie "Schiff ahoi", sondern sie verbreitete auch eine gehörige Portion an Spaß. Kurzum: Die Fans hatten eine Riesengaudi.
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