Hollywood im Käfer-Zelt
Stahl trifft Stone

Selfie mit einer Legende: Kathrin Anna Stahl traf Oliver Stone auf der Wiesn. Der Besuch des US-Regisseurs im Käfer-Zelt war zwar geplant. Aber, so Stahl, "ich hab's vorher irgendwie nicht kapiert, dass die wirklich alle kommen." Bild: hfz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
21.09.2016
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Weiden/München. Sie hatte ja keine Ahnung. Kathrin Anna Stahl freute sich am Dienstag auf einen entspannten, fröhlichen Wiesn-Abend, zu dem sie die Produzenten-Brüder Florian Deyle und Philip Schulz-Deyle in die Käfer-Schänke eingeladen hatten - "eigentlich wie jedes Jahr". Diesmal aber war alles anders. Hektik. Paparazzi. Blitzlichtgewitter. Der Grund dafür schob sich plötzlich im Tross durch die Reihen und ließ sich am Nebentisch nieder: Regie-Legende Oliver Stone ("Platoon", "Wall Street", "JFK"), samt seiner Stars Joseph Gordon-Lewitt und Shailene Woodley . Großes Kino. Hollywood auf der Münchner Wiesn! Und die völlig perplexe Kathrin Anna Stahl mittendrin.

"Da war ich ganz Fan", erzählt die aus Irchenrieth stammende Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin. Die 39-Jährige und viele ihrer Kameraden am Augustinus-Gymnasium seien damals ja von all den Stone-Blockbustern aus den 80er und 90er Jahren begeistert gewesen - "und auf einmal sitzt er da und prostet den Leuten zu. Eine völlig absurde Situation. Der Mann, der ,Platoon' und ,Natural Born Killers' gedreht hat! Ich musste einfach ein Foto mit ihm machen." Mit unverhohlenem Stolz stellte Kathrin Anna Stahl das Selfie tags darauf auf Facebook. Kommentar: "StoneStahl! Ahahahaaaaaaaa! Gott, bin ich ein furchtbares Groupie ..."

All die Aufregung deshalb, weil Philip Schulz-Deyle das jüngste Stone-Werk produziert hat. "Snowden" feierte am Montag im Mathäser-Kino Premiere - und auch da war Stahl schon dabei. Ebenfalls auf Deyles Einladung. Ihn und seinen Bruder kennt sie seit langer Zeit, als sie Praktika in deren ersten kleinen Firma absolvierte. Inzwischen feiern beide Deyle-Brüder vielbeachtete Erfolge. So adelte die Jury in Venedig Florians "Paradies" mit einem Silbernen Löwen. Eines seiner nächsten Projekte ist eine romantische bayerische Komödie - und Kathrin Anna Stahl schreibt dafür das Drehbuch. Die Autorin: "Vielleicht fiel die Wahl auf mich, weil sie auf dem Land spielt."

Viel Gelegenheit, sich mit Star-Regisseur Stone über Filmprojekte auszutauschen, gab's im Käfer-Zelt nicht. "Mehr als ein ,Nice to meet you' war nicht drin." Überhaupt seien Stone und sein Anhang am Tisch gesessen "wie in einem Aquarium". Mit dabei auch Erol Sander und seine Frau Caroline Godet , eine Nichte des US-Regisseurs. Und beileibe nicht nur Fotografen versetzte das verschärfte Star-Aufgebot in höhere Erregungsgrade, hat die Oberpfälzerin beobachtet. Auch gestandene nationale Filmprofis seien plötzlich ganz unruhig geworden. Hollywood - nochmal eine ganz andere Liga.

Kathrin Anna Stahl hat größtes Verständnis dafür. "Jeder Kino-Fan kennt Oliver Stone", sagt sie. "Er ist einer der Größten. Wer ihn trifft und so tut, als ob er er cool wäre, der kann kein Kino-Fan sein." Bei der Begegnung habe sie gezittert, gesteht die Oberpfälzerin. Und doch wäre die Begeisterung eventuell noch steigerungsfähig. "Wenn ich Quentin Tarantino treffen würde ... ich glaube, da würde ich in Ohnmacht fallen."
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