Hubert Treml zu Gast in Volksbank Nordoberpfalz
Reich an Witz und Rhythmus

Igitt, igitt. Clementine hat Orangenhaut. Und das war nur eine von vielen Feststellung, die Hubert Treml im Foyer der Volksbank Nordoberpfalz machte. Bild: Kunz

Längst ist Feierabend in der Schalterhalle der Volksbank Nordoberpfalz. Trotzdem zahlt sich ein Besuch aus.

Eigentlich hat alles mit "Boss" Bruce Springsteen angefangen. Anfangs hat Hubert Treml dessen englische Texte einfach ins Oberpfälzische übersetzt. Zweckgebunden und ziemlich einfach. "Das englische Fire heißt auf Oberpfälzisch Feier." Und auch Paul McCartneys Hymne "Yesterday" klingt bei Treml simpel: "Gestern, hey".

Die Besucher in der Schalterhalle der Volksbank Nordoberpfalz hören an diesem Abend allerhand Unterhaltsames. Das eigens auf die Kunden zugeschnittene Programm lautet zwar "Dou wous Geld daham is ...", das Geld dominiert aber nicht. Über Strecken ist der Vortrag alles andere als eine Sparempfehlung oder Würdigung des Pflichtbewusstseins.

"Wie oft schon sind wir dem Pflichtruf gefolgt, statt dem Ruf unseres Herzens." Bestes Beispiel: Tremls dramatisches Harmonika-Stück vom "Stodltoartürl", in dem der Barde die ländliche Mär vom Bauern besingt, der sich Hals über Kopf in sein "Annamirl" verknallt, sich aber pflichtbewusst, anstatt sich der Holden anzunehmen, in die Kuhstallarbeit stürzt. Bis zum Tag X, als der Houznbauer-Girgel auf den Plan tritt und sich die Vernachlässigte schnappt.

Es gebe andere Möglichkeiten an Reichtum zu kommen als den Kuhstall auszumisten, erklärt der Sänger: "Geld erheiraten zum Beispiel. Das hab' ich verpasst." Oder beim Essen sparen. Wobei wir auch schon wieder bei Paulchens "Yesterday" sind, das Treml kurzerhand in die Urfassung des Songs, nämlich "Scramble Eggs", also "Rührei" zurückführt. Leicht abgewandelt: "Haust einfach in die Pfanne nei und schon hast du ein Spiegelei." Nahrhaft und billig.

Eine andere Methode, vermögend zu werden - und da öffnet Treml sein mitgebrachtes Köfferchen: "Kauft's meine CDs." Treml singt das Lied vom "Unterhemd-Brando vom Hammerweg", einer Figur aus dem Fünfziger-Jahre-Hollywoodstreifen "Endstation Sehnsucht". Es ist der über einen Typen, der tagein tagaus mit sich und der Welt zufrieden am Gartenzaun lehnt, seine "Wampn" unters Unterhemd klemmt und auf die große Liebe wartet. Artverwandt: die Geschichte "Rasenmähermann".

Und wieder geht's ums Geldverdienen. Nach der bekannten Melodie: "Der Schornsteinfeger aus Eger ist jetzt Fliesenleger und arbeitet billig auf dem Meier Hans seim Bau." Natürlich kommt Treml, wie bei seinen Konzerten so typisch, vom Hundertsten ins Tausendste.

Plötzlich hält er eine Apfelsine in der Hand, betrachtet sie eingehend: "Clementine wäre gern Model, doch hat sie Orangenhaut." Was den Rückschluss zulässt: "Schöi sa schatt niat." Allein deshalb sei er gedanklich in den letzten Jahren einfach ein Stück weit schöner geworden, sagt Treml. "Weil ich einfach selber bestimm, wie schön dass ich bin."
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