"Ich bin ein ganz normales Mädchen"

XXL-Brille, tausend Sommersprossen: Stefanie Heinzmann hat ihren ganz eigenen Stil und vor allem eine unverwechselbare Soul-Stimme. Am 11. Februar 2016 tritt sie im "Hirsch" in Nürnberg auf. Bild: Sebastian Magnani/ Universal Music
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
03.12.2015
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Vor acht Jahren gewann Stefanie Heinzmann Stefan Raabs Castingshow. Für die Schweizer Sängerin der Startschuss für eine fulminante Karriere. Große Stimme, keine Skandale: Die 26-Jährige erzählt, wie sie mit dem Erfolg umgeht. Und was sie Bayerns bester Newcomerband, Williams Orbit aus Weiden, rät.

Ende März diesen Jahres erschien Stefanie Heinzmanns viertes Studioalbum "Chance of Rain" mit der Erfolgssingle "In the end". Anfang 2016 geht sie mit ihrer Band "Fonky Fonks" auf Clubtour, schlägt dabei am 11. Februar im Nürnberger "Hirsch" auf. Der Kulturredaktion verrät Heinzmann, warum sie sich auf den Gig besonders freut.

Sie haben im Sommer auf etlichen Festivals gespielt, jetzt die Clubtour. Was ist schöner?

Stefanie Heizmann: Ich mag beides. Auf den Festivals spielen wir ein ganz anderes Set, vor allem schnelle Nummern. Jetzt gibt es mehr ruhigere Lieder. Es wird ein Best-of geben, aber auch ein paar Coversongs und natürlich viele Lieder aus dem neuen Album.

Sie haben für das Album "Chance of Rain" fünf Produzenten engagiert. Verderben so viele Köche nicht den Brei?

Heinzmann: Nein, überhaupt nicht. Das Album sollte ja sehr facettenreich sein und ist es auch geworden. Ich bin froh, mit so tollen Leuten zusammenarbeiten zu dürfen. Jeder hat seine eigene Art und Ideen.

Sie waren zum Schreiben und Einspielen der Songs in Nashville, Los Angeles, London, Köln, Berlin und in der Schweiz. Haben Sie überhaupt Zeit gehabt, die Orte mal anzuschauen?

Heinzmann: Leider kaum. In Nashville bin ich gerade mal zwei Stunden über den Boulevard marschiert. Aber man kann schon die Eigenheit der Städte aufsaugen, jede hat ihre eigene Musik.

Ihr Style unterscheidet sich massiv von dem vieler Popstars. Ungeschminkt, große Brille, drei Piercings im Gesicht, eher alltagstaugliche Klamotten. Sie sind damit auch eine Art Stilikone ...

Heinzmann: Nun ja, die Leute brauchen ihre Schubladen. Ich mache das nicht bewusst. Ich will ich sein. Ich bin ein ganz normales Mädchen. Ich neige nicht zu Extrovertiertheit. Auch mein Liebesleben ist wahnsinnig uninteressant.

Im Sommer waren Sie in der Jury bei den "Popstars" auf RTL II. Die Sendung hat ziemlich gefloppt.

Heinzmann: Ganz ehrlich, ich fand das Konzept großartig. Wir haben mit den Sängern toll zusammengearbeitet. Es gab kein Niedermachen und böse Worte. Vielleicht gibt es zu viele Castingshows, das mag ja sein. Aber die Arbeit bei "Popstars" hat richtig Spaß gemacht.

Stefan Raab war Ihr großer Förderer. Er beendet Ende des Jahres seine TV-Karriere. Können Sie Raabs Entscheidung nachvollziehen?

Heinzmann: Ich habe das nicht so wahnsinnig verfolgt, ehrlich gesagt. Aber seine Entscheidung verdient allergrößten Respekt. Er weiß selber am besten, wann der beste Zeitpunkt zum Aufhören ist.

Sie sind ja jetzt einige Jahre dick im Geschäft. Was empfehlen Sie jungen Künstlern, wie zum Beispiel Williams Orbit aus Weiden, die vor ein paar Wochen zu Bayerns bester Newcomerband gekürt wurden, auf dem Weg zum Erfolg?

Heinzmann: Es gibt keine allgemeingültigen Regeln. Wichtig ist vor allem hartnäckig zu sein. Und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Die Band muss raus aus Weiden und aus der Oberpfalz, muss bundesweit tingeln. Man muss sich die Fanbasis hart erarbeiten.

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