Imitation bis in die Bartspitzen

Er sieht aus wie Freddie, bewegt sich wie Freddie und singt wie Freddie Mercury: Auf der Bühne der Max-Reger-Halle steht aber Gary Mullen (rechts, daneben Schlagzeuger Jonathan Evans), der mit seiner "One Night of Queen"-Show die Fans begeisterte. Bild: Kunz

Freddie Mercury wäre jetzt 68 Jahre alt. Er hat musikalische Maßstäbe gesetzt. Und wäre er nicht am 24. November 1991 an Aids gestorben, er hätte der Welt noch einige dieser unvergleichlichen Hits geschenkt, die für ihn so typisch waren.

Seine Mitmusiker von der alten Band touren immer noch um den Globus. Mal mit Paul Rogders, mal mit Adam Lambert als Frontmann, wie am Montag in München. Alles nur Imitate. In Weiden trat am Dienstagabend Gary Mullen in Freddies Fußstapfen. Und er machte das gar nicht mal so übel. "God save the Queen": Ein toller Klon - gegen Konzertende mit leichten Problemen in den Höhen, früher schon mal mit Bravour gesungen - frönte am Dienstagabend in der Max-Reger-Halle seiner Lust am Klang. Spektakuläre zwei Stunden lang zog Mullen in seiner "One Night of Queen"-Show alle Register zwischen Turnvater-Jahn-Bewegungen und Gesang.

Musikalische Verbeugung

Fast schulbuchmäßig hat der Schotte Rock-Geschichte aufgeblättert und den 600 Fans klargemacht, dass die Gruppe "Queen" mit ihrem charismatischen Sänger an der Spitze eines der größten Ereignisse der Musikgeschichte war. Mullen imitierte sein großes Vorbild Freddie bis in die Oberlippenbartspitzen. Seine Show war eine musikalische Verbeugung vor dem legendären Superstar.

Als der gelernte Computerverkäufer Mullen vor 15 Jahren die britische Casting-Show "Stars in their Eyes" gewonnen hatte, war für ihn klar: Eine "Queen"-Revival-Band musste her. Er nannte seine Gruppe "Works" nach einem gleichnamigen "Queen"-Album, kaufte sich einen Trainingsanzug und längst vergriffene Adidas-Turnschuhe, klebte sich einen Schnurrbart an und verdeckte mit einem Toupet die hohe Stirn.

Fertig war der neue Mercury-Mann, der fortan den "Queen"-Fans mit Hochspannung "A Kind of Magic" und das intensive Lebensgefühl einer ganzen Epoche vermittelte. Unbeschreiblich gut tat er dies. In Weiden konnte er es sich sogar leisten, auf eine der besten "Queen"-Nummern, nämlich "Show must go on", zu verzichten. Seine Play-List war angefüllt mit Hits, die das begeisterte Fanvolk "niederwummerten".

Authentische Show

Mullen lieferte mit seiner Band "The Works" den Weidenern eine kraftvolle, authentische Show. "Another One bites the Dust", "I want to break free", "Love" und "Flash". Die Show gab den Zuschauern, was sie hören wollten. "Bohemian Rhapsody", das "Queen"-Machwerk im klassischen Sinn, kam im Halbplayback daher.

Als Zugaben sang Mullen "Radio Gaga" mitten im Publikum und "We will Rock you". Die Zuschauer kannten die Texte in- und auswendig und sangen sie natürlich lauthals mit. Die Stimmung war am Sieden als die Band zum Finale "We are the Champions" brachte und den genialen Schlusspunkt hinter einen aufregenden Abend setzte.
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