Interview mit "Vollweib" Christine Neubauer
Zurück zu den Wurzeln

Christine Neubauer bei einer Charity-Dinnershow in Hamburg. Die Schauspielerin steht gerne im Rampenlicht - und auf der Bühne. Archivbilder: dpa (2)
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
11.02.2016
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Die Schauspielerin Christine Neubauer und ihr Lebensgefährte José Campos auf dem Münchener Oktoberfest 2015. Sie ist mit dem chilenischen Fotografen seit Mitte 2012 liiert.

Das "Vollweib" kommt in die Oberpfalz: Christine Neubauer spielt am 27. Februar in Weiden mit beim "Königlich Bayerischen Amtsgericht". Der TV-Star als Gräfin auf der Bühne. Im Fernsehen hat sich die 53-Jährige rar gemacht - aber nicht mehr lange.

Weiden/Palma de Mallorca. Christine Neubauer gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen in Deutschland. Die 53-Jährige dreht ab Herbst die neue TV-Serie "Monis Grill" mit Monika Gruber. Zuvor ist sie mit dem Theaterstück "Königlich Bayerisches Amtsgericht" unterwegs, macht zum Abschluss der Tournee am 27. Februar in Weiden Station. Die Kulturredaktion erreichte Neubauer auf der Terrasse ihrer Wohnung in Palma de Mallorca.

Frau Neubauer, Sie sind ja dem bayerischen Winter entflohen ...

Neubauer: Ja, in der Sonne haben wir hier in Palma über 20 Grad. Es fühlt sich an wie Frühsommer.

Zum Theaterspielen müssen Sie dann wieder zurück in die Kälte ...

Neubauer: Ich hoffe, dass es dann in Weiden keinen Schnee mehr hat. Das ist immer so greislich auf der Autobahn, wenn man nachts heimfährt.

Wie oft haben Sie die Rolle im "Amtsgericht" schon gespielt?

Neubauer: Ungefähr 30 Mal. Was mir sehr wichtig ist, dass es immer ausgesuchte Orte sind, nicht wie bei einem klassischen Tourneetheater. Und immer mit einer künstlerischen Pause dazwischen, was ich sehr angenehm finde.

Die Vorstellungen sind ja fast immer ausverkauft.

Neubauer: Ja, das ist schön. Die Reaktion des Publikums ist toll, die Leute sind hellauf begeistert, sie amüsieren sich. Ich bin mit großem Applaus belohnt. Der Lohn des Künstlers, davon habe ich reichlich.

Wie lange haben Sie gebraucht, um den Text einzustudieren?

Neubauer: Naja, so vier Wochen bestimmt. Die Rolle wurde ja auch auf mich hingeschrieben. Der Text ist bei einem alten Zirkuspferd wie mir Handwerk, da ist noch nie was passiert. Klopf, klopf, ich hatte noch keinen Hänger, mein Leben lang noch nicht.

Sie spielen in einem Ensemble, in dem Sie der Star sind. Gibt es da Eifersüchteleien der Kollegen?

Neubauer: Wir sind eine super Truppe. Ich hab mich vom ersten Moment an mit meinen Kollegen sensationell verstanden. Die Sympathie auf beiden Seiten war gleich da. Ich bin ja kein schwieriger Mensch. Natürlich bin ich die Person, die die Leute sehen wollen und deretwegen sie die Karten kaufen. Das ist aber von Anfang an klar. Aber ich bin ja die Christine geblieben, die ich immer schon war.

Das "Amtsgericht" ist ja Kult. Müssen Sie da voll Dialekt raushauen?

Neubauer: Ich darf! Das ist ja die große Freude. Und ich darf noch viel mehr. Die Gräfin ist ja als Rolle für mich passend wie die Faust aufs Auge. Der Dialekt darf voll aus der Tiefe kommen.

Sie sind das "Vollweib", auch auf der Bühne?

Neubauer: Die Gräfin, die hat Kraft. Da kommt eine Urgewalt daher. Sie ist ja auch eine spanische Gräfin. Nachdem ich auch fließend Spanisch spreche, passt das optimal.

In Weiden ist die letzte Aufführung. Wie geht es danach bei Ihnen weiter, wie lauten die Pläne?

Neubauer: Es gibt was Neues nach längerer Pause auf der Mattscheibe. Auch wenn es das Publikum nicht so empfunden hat, weil ja viele Wiederholungen mit mir gelaufen sind. Ich bin in Proben für eine neue Fernsehserie.

Bitte ein paar mehr Details.

Neubauer: So viel darf ich verraten: Es heißt "Monis Grill". Ausstrahlung ist ab Winter 2016 immer donnerstags im Ersten. Erst mal werden sieben Folgen gedreht. Die Moni spielt die Monika Gruber, ich bin die Antonia, ihre Schwester. Unsere Mutter spielt Sarah Kamp. Ich schmeiße dort die Küche mit dem Hang zum Melodram. Die Serie ist eine Mischung aus Fiction und Prominentengesprächen. Das wird was ganz Neues.

Mit der Monika Gruber zu spielen, wird ja eh eine riesige Gaudi.

Neubauer: Ja. Wir sind ja auch privat befreundet, seit wir in "München 7" zusammen gedreht haben.

Sie waren, wie Sie selbst gesagt haben, eine Zeitlang weg vom Bildschirm. Wurden Sie durch ihre privaten Turbulenzen mit den Schlagzeilen Ihrer Scheidung etc. gebremst?

Neubauer: Ja, alles zusammengenommen war es gut für mich, mich rar zu machen, um dann mit neuer Kraft zurückzukommen.

Diese Kraft haben Sie jetzt, um neue Dinge anzugehen?

Neubauer: Ja, Kraft und Lust. Die Spielfreude darf einem nicht verloren gehen. Deswegen bereitet mir auch das Theater so eine große Freude. Es ist ja auch so etwas wie zurück zu meinen Wurzeln zu kommen.

Anderes Thema: Zurzeit läuft die neue Staffel von "Germany's Next Topmodel", bei der auch zwei Oberpfälzer Kandidatinnen antreten. Schauen Sie die Show an?

Neubauer: Ja, wenn ich Zeit habe gerne. Ich bin auch modeinteressiert und gehe gerne in Berlin auf die Fashion Week.

Die Models halten ja viele für zu dünn, beobachten diese Tendenz mit Sorge. Was sagen Sie zu diesen "Hungerhaken?"

Neubauer: Der internationale Laufsteg verlangt nach groß und sehr dünn. Ich finde es richtig, dass es Gedanken zu einer Untergrenze gibt, weil es da um die Gesundheit der jungen Frauen geht. Aber das Business bestimmen die Designer. Für das Auge sieht ein bissl Fleisch schöner aus. Aber wahrscheinlich denkt sich der Designer dann: Huch, mein Kleid hängt nicht genügend.

In Ihrem Beruf sind Schönheits-OPs und optische Nachhilfen gang und gäbe. Wie stehen Sie dazu?

Neubauer: Das kommt darauf an. Als Schauspieler soll es ja nicht nur die Maske sein, sondern mal will Charaktere darstellen. Wenn ich ein gewisses Alter habe, hat die Frau eben die eine oder andere Falte bis hin zu Furchen im Gesicht. Für die Rollen ist es in unserem Beruf nicht notwendig, etwas an sich machen zu lassen.
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