Iraner Sasan Zaheri stellt im Alten Schulhaus aus
Schweben auf den Flügeln der Phantasie

Wer sich bei den Weihnachtseinkäufen in der Altstadt eine Ruhepause gönnen will, kann ab 5. Dezember im Alten Schulhaus in farbenprächtige Traumwelten eintauchen. Unter dem Titel "Schweben auf den Flügeln der Phantasie" zeigt Sasan Zaheri in der Städtischen Galerie (Schulgasse 3, Erdgeschoss) seine meist großformatigen Bilder. Der aus dem Iran stammende Künstler lebt seit vier Jahren in der Oberpfalz, davon zwei Jahre in Weiden.

Seine bevorzugten Techniken sind Acryl, Öl und Aquarell, kombiniert mit viel Blattgold. "Auch die alten Maler im Iran haben es viel benutzt, weil es ein starker Blickfang ist", weiß Zaheri. Von Jugend an entwickelte er ein Faible für das reiche künstlerische Erbe seines Heimatlandes, im besonderen für die Miniaturmalerei, der stets Poesie zugrunde liegt: "Man rezitiert ein schönes Gedicht und setzt es in ein Bild um."

Gerne lässt sich der 48-Jährige vom datailverliebten Stil der Schule von Isfahan inspirieren, doch fasziniert ihn ebenso der europäische Surrealismus, weil dieser sehr viel gemeinsam habe mit der traditionellen persischen Malerei. "In meinen Bildern versuche ich, beide Traditionen zu verbinden", sagt der Künstler.

In Teheran studiert


Mit 21 Jahren machte er die Malerei zum Beruf. Zunächst aber studierte er an der renommierten Azad-Universität in Teheran persische Literatur. In seiner Heimatstadt Tuyserkan betrieb er bereits eine eigene Kunstgalerie, bevor er 1993 ein vierjähriges Studium der Kunstmalerei an der Fakultät für Bildende Kunst und Architektur der Soroush-Universität in Teheran aufnahm. Danach arbeitete er als Kunstlehrer an verschiedenen Schulen, als Kunstmaler, Kalligraph, Karikaturist und Buchillustrator. Weil er sich durch staatliche Reglementierungen in seiner künstlerischen Freiheit zu sehr eingeschränkt fühlte und er wegen einiger Karikaturen Ärger bekam, entschloss er sich im Herbst 2012, den Iran zu verlassen.

Der Traum von Freiheit ist das zentrale Thema seines künstlerischen Schaffens. Bevorzugte Motive sind Frauen, nicht selten mit Engelsschwingen, als Symbol für die Schönheit. Flügel, einer Last entledigt emporschwebend, und immer wieder Vögel als Synonyme der Freiheit: "Sie können überall hinfliegen, ohne durch Grenzen eingeengt zu sein." Mit enormer Farbenfülle und unglaublicher handwerklicher Präzision verbinden sich Malerei und Kalligraphie zu phantasievollen Kunstwerken, deren Zauber sich niemand entziehen kann.

Die Vernissage beginnt am Montag, 5. Dezember, um 18 Uhr. Geöffnet ist die Ausstellung bis 21. Dezember, jeweils Dienstag bis Sonntag vom 10 bis 20 Uhr. Sasan Zaheri wird die meiste Zeit selbst anwesend sein. Man kann ihm beim Zeichnen zusehen, auf Wunsch fertigt er auch Kalligraphien für die Besucher an.
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