Jazz-Zirkel: Außergewöhnliches Dozenten-Konzert bei Sparkasse
Klänge zum Niederknien

Temporeiche Soli, eine goldene Stimme und vieles mehr bot das Dozenten-Konzert des Jazz-Seminars im Schalterraum der Sparkasse. Bild: uz

Das Dozenten-Konzert des Jazz-Seminars erweist sich einmal mehr als außergewöhnlich. Doch die maßgebenden Personen finden sich nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum.

Gemeint sind natürlich Initiator Thomas Stock, aber auch Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender des Hauptsponsors Sparkasse Oberpfalz Nord, sowie die beiden tragenden Säulen Dr. Reinhard Roth vom Jazz-Zirkel und Corinna Maaß von der Franz-Grothe-Schule. Eine Seilschaft im besten Sinne des Wortes, die seit 14 Jahren hält. Die Fäden liefen bei Katrin Karagounis zusammen, die am Dienstagabend erstmals das Jazz-Ereignis im Schalterraum für die Sparkasse managte. Gleich zu Beginn ein Stück zum Warmspielen: "Au privave" aus der Feder Charlie Parkers, des wohl größten Vertreters des Bebop.

Brillante Interpretin


Es folgte mit "Lost Places" eine groovige und raffinierte Eigenkomposition des Pianisten Michael Flügel. Von der Art her Free-Jazz, aber nicht ganz. Trotzdem recht extravagant und modern mit jeder Menge Kicks und Akzenten. Zum "Westcoast Blues" stieß dann erstmals die brillante Jazz-Interpretin Susanne Schönwiese zur Combo. Ein Blues im Dreiviertel, geschrieben von Jazz-Gitarrist Wes Montgomery. Überhaupt, Schönwiese: eine echte Bereicherung für den Abend. Gleich drei große Namen stehen hinter der Entstehungsgeschichte von "Detour ahead": Lou Carter, Herb Ellis und John Frigo. Auch bei dieser butterweichen Ballade konnte sich die Sängerin von ihrer besten Seite präsentieren. In die Pause ging es mit dem rasanten Uptempo-Swing Knaller "Moment's Notice" des Saxofonisten John Coltrane.

Bevor es also für die Besucher Gebäck und Getränke gab, noch einmal eine wirklich interessante Nummer mit jeder Menge Kicks und Übergängen, gespickt mit vielen Soli für Juri Smirnov (Saxofon), Norbert Ziegler (Trompete), Gerhard Kraus (Gitarre), Michael Flügel (Piano) und Markus Fritsch (Kontrabass). Exzellent geführt vom Drummer Thomas Stock.

Auch die zweite Runde startete mit Uptempo. Mit "Anthropology" haben Charlie Parker und Dizzy Gillespie ein ziemlich vertracktes Thema geschaffen, bei dem es richtig abging. Soulig, groovig: "God bless the Child", ein Jazzstandard, schon beinahe Folk-Blues, von Billie Holiday und Arthur Herzog. Für dieses Stück bat die Combo wieder die Sängerin auf die Bühne. Schönwiese interpretierte auch die anschließende Medium-Swing-Nummer "I could write a Book" von Lorenz Hart und Richard Rodgers. Es folgten der Samba-Bossa Nova "O grande Amor" von Tom Jobim und Vinicius De Morae. Das geplante letzte Stück gehörte dann dem Initiator des Jazz-Seminars.

Stock startete Gene de Pauls "I'll remember April" mit einem ganz starken Free-Drum-Solo. Leitete dann über in einen schnellen Wechsel von Samba und Swing. Die Uptempo-Nummer war erneut gespickt mit Soli für die ganze Combo, ausgenommen der Sängerin. Die Frontfrau stieß bei der Zugabe dazu und zauberte dem Publikum ein "Georgia" aus der Feder von Hoagy Carmichael, einfach nur zum Niederknien.
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