Joachim Pfützenreuter im Kunstbau
Farbtöne, Klangfarbe und Lautmalerei

Joachim Pfützenreuter ist ein Künstler mit vielen Facetten. Im Kunstbau Weiden gibt es eine davon zu sehen: Porträts und Alltagsszenen, gemalt mit Ölkreide. Bild: otj

Joachim Pfützenreuter ist ein künstlerischer Tausendsassa. Bildender Künstler, Komponist, Pianist und Lyriker. Bei der Vernissage im Kunstbau Weiden präsentiert er einen Ausschnitt seiner Arbeiten. Und deklamiert on Top einige seiner Gedichte.

"Köpfe" hat Joachim Pfützenreuter seine Ausstellung übertitelt. Vor allem mit Ölkreide hat er ganz alltäglich Szenen festgehalten und Menschen porträtiert, die so wenig gestellt wirken wie unbemerkte Schnappschüsse - aus dem Leben eben. Mitunter aus dem Familienleben. Pfützenreuters ausgestellten Bildern ist eines zu eigen: Die zeichnerischen Elemente sind fein, detailreich und realitätsnah. Und herrlich unspektakulär. Seine Figuren sitzen mit der Fernbedienung vor dem Fernseher, lesen zurückgelehnt im Liegestuhl oder halten auf der Parkbank inne.

Lebendige Szenen


Für Spannung in den Bildern sorgt Pfützenreuters charakteristische Stil entsteht mit seinem intensiven Gebrauch der Farbe. Die Augen werden durch ein "Farbflimmern" gefordert. So werden aus den zunächst statisch anmutenden menschlichen Stillleben lebendige Szenen, die einen kleinen Blick auf das "Innere" der Bilder freigeben.

Alles hat seine Zeit


Dabei fällt auf, dass der gebürtige Nordrhein-Westfale den Hintergrund nicht wie in der Fotografie unscharf gestaltet, sondern der Umgebung des Kopfes die gleiche Aufmerksamkeit schenkt wie der Figur. Das lässt den Betrachter durch Türen lugen, noch tiefer ins Innere der Bilder vorzudringen. Pfützenreuter scheint einer dieser Menschen zu sein, dem mehr als 24 Stunden täglich zur Verfügung stehen, so vielseitig ist sein Output künstlerischen Schaffens. Dass dabei kein Kuddelmuddel entsteht wohl daran, dass er fokussieren kann. Malen, komponieren, schreiben, Musikschüler unterrichten auf einmal, sagt er, funktioniert nicht. Ob Farbtöne, Klangfarbe oder Lautmalerei - alles hat seine Zeit.

Einige Gedichte gab der Multi-Künstler aber dennoch zum Besten. Darin dreht es sich um die Kunst, die Liebe und abgründiges Verlangen. Im inneren Monolog brilliert er auch als szenischer Darsteller und offenbart einen Sinn für das Komische im Unkomischen.

Seine Arbeit hat Pfützenreuter akademisch untermauert. Zunächst ließ er sich zum Musikpädagogen ausbilden, Anfang der 90er studierte er Kunst an der Hochschule Kassel. In Weiden arbeitet er als Klavier- und Theorielehrer an der Franz-Grothe-Schule. Zu sehen sind Pfützenreuters Bilder noch bis zum 3. Juli im Kunstbau Weiden (Hinterm Wall 10).
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