Jörg Maurer, Krimiautor, langt in seinen Texten manchmal ganz schön hin
Die Oberpfalz im Alpenkrimi

Scharfe Zunge, flotte Schreibe: Jörg Maurer und sein Kult-Kriminaler Hubertus Jennerwein haben eine feste Fangemeinde, auch wenn der Schriftsteller und Kabarettist die Stämme außerhalb Oberbayerns nicht immer mit Glacéhandschuhen anfasst. Bild: hfz

Die Oberpfalz hat etwas Verlorenes, Ausgekoppeltes. So verloren, dass der Roman "Robinson Crusoe" beinahe auf einer Insel in der Waldnaab gespielt hätte. Jörg Maurer langt in seinen Texten manchmal ganz schön hin. Auch in seinem jüngsten Werk "Der Tod greift nicht daneben".

Seit sieben Jahren konzentriert sich der Kabarettist und Schriftsteller vorwiegend aufs Schreiben. Mit seinen Alpenkrimis um Kult-Ermittler Hubertus Jennerwein hat er sich eine feste Fangemeinde erobert. Drei Mal gastierte der gebürtige Oberbayer bereits zu Lesungen in Weiden, hat auch in Amberg, Cham, Schwandorf und Regensburg schon aufmerksame Zuhörer gefunden. Jetzt hat er der Oberpfalz in seinem neuesten Alpen-Krimi eine Nebenrolle eingeräumt. Nicht nur mit schmeichelhaften Schilderungen. Seine Wurzeln als Kabarettist lassen sich eben nicht verleugnen.

Herr Maurer, in Ihrem Krimi "Der Tod greift nicht daneben" hauen Sie ganz schön auf die Oberpfalz ein. Welche alptraumartige Erfahrung haben Sie denn bei Ihrem Besuch in der Oberpfalz gemacht?

Jörg Maurer: Gar keine. Die Passage mit dem "Verlorenen, Ausgekoppelten" ist doch nicht unbedingt negativ zu verstehen. Wenn man aus Oberbayern kommt, wo keiner mehr sicher ist vor Event-Locations und alles dicht besiedelt ist, freut man sich über weite Landschaften, die einen unverstellten Blick bieten. Ich komme aus dem Kabarett, da übertreibe ich das Ganze natürlich. Aber in der Oberpfalz kann man sicher noch stundenlang gehen, ohne jemandem zu begegnen.

Das stimmt. Trotzdem hätte sich jeder Oberpfälzer sicher mehr Positives gewünscht. Das Ehepaar Schnitzy aus Schwandorf, das über seine Nachbarn herzieht, kommt ziemlich unsympathisch rüber.

Maurer (schmunzelt): Naja, ich dachte mir einfach, die Schwaben und Franken haben ihr Fett schon genug abgekriegt. Jetzt ist die Oberpfalz mal dran. Ich hatte tatsächlich mal einen Lehrer aus Schwandorf, quasi als Vorlage für Herrn Schnitzy, der hatte auch so einen schweren Dialekt.

Sie schreiben auch, Daniel Defoe hätte ursprünglich erwogen, seinen Robinson Crusoe auf einer kleinen Insel in der Waldnaab bei Windischeschenbach spielen zu lassen. Waren Sie denn schon mal im Waldnaabtal?

Maurer: Nein, noch nicht. Ich hab allerdings schon Filme darüber im Fernsehen gesehen. Aber ich verspreche, dass ich den Besuch im Waldnaabtal nachholen werde.

Und wie steht es mit Weiden?

Maurer: Natürlich bin ich bei den Lesereisen nicht mehrere Tage in einer Stadt. Aber von Weiden habe ich schon einiges gesehen. Die Fußgängerzone in der Altstadt fand ich zum Beispiel sehr schön. Die ist nicht so kaputt zersiedelt, wie in mancher anderen Stadt und es gibt noch alte Wirtschaften. Und gerade in Weiden beobachte ich schon seit Jahren die berühmte Storchenfamilie am Oberen Markt! Jedesmal sehr inspirierend! Was mir auch gefallen hat: Die Weidener kümmern sich ganz gut um ihren Max Reger. Und: Weiden ist zwar keine Großstadt, aber öffnet sich doch dem Fremden. Das fand ich auch sehr schön.

Jörg Maurer, 1953 in Garmisch-Partenkirchen geboren, ging nach dem Abitur nach München. Dort war er nach dem Studium einige Jahre als Lehrer für Germanistik und Englisch tätig. "Mit Freude", wie er betont. 16 Jahre lang leitete er dann mit seiner Frau das Kabaretttheater "Jörg Maurers Unterton", bevor er sich auf das Schreiben konzentrierte. Sein jüngster Alpenkrimi "Der Tod greift nicht daneben" ist im Fischer-Verlag erschienen, 443 Seiten, Preis: 14,99 Euro.
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