Jörg Seifert stellt im Kunstbau Alltägliches aus
In Kisten ausmisten

Jörg Seifert stellte im Kunstbau nicht nur seine Kisten aus (im Hintergrund), sondern las auch eigene Texte vor. Bild: Otto
Schwarze Liebe steht auf einer von etwa zwei Dutzend Zigarrenkisten, die noch bis Anfang Mai die Wände der ehemalige Kapelle im Kunstbau zieren. Liebe zum schwarzen Humor hat Jörg Seifert allemal. Der Annaberg-Buchholzer ist freier Künstler und studierter Bühnenbildner, kennt sich aus mit Dramaturgie und Effekten. Das Material: Alltagsgegenstände, Ausgemustertes aus dem Kinderzimmer, Draht, Zeitungsschnipsel, Farbe.

So inszeniert er die Kisten schon seit 2003 als kleine Theaterbühnen, mit Minikulisse und dem Holzdeckel als Vorhang. Flankiert werden die Kisten von Einmachgläsern, in denen Plüschbärchen schwimmen - witzig, absurd und teils auch ein wenig gruselig. Ein Bruch mit den Assoziationen der Betrachter - irgendwo zwischen Margarete Steiff und Hannibal Lecter. Im Zweifel ist es Dada. Und so lässt Jörg Seifert Hans Arp und Hugo Ball freundlich grüßen.

Ob zusammengesetzt aus mehreren Zeitungsresten, als typographischer Kunstdruck oder als sperrige-moderne Poesie - seinen Sinn für das vordergründig Unsinnige drückt der Künstler aus der Weidener Partner-Stadt auch durch Texte aus. Einige davon sind nun in einem Band erschienen, aus dem er am Samstag Abend vorlas.
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