Jon-Lehrer-Dance-Company
Einzigartige Artistik ganz leicht

Was die Jon-Lehrer-Dance-Company am Samstag im Amberger Stadttheater bringt, ist ganz einfach hinreißend schön. Mit Anmut und Energie wirbeln acht explosive junge Tänzer über die Bühne. Choreographie, Kostüme und Darbietung: Alles ist perfekt.

Amberg. Jeder Auftritt ist einzigartig, jede Nummer überraschend. Egal ob Break Dance oder Modern, Ballett oder Gymnastik, Akrobatik oder Gruppenformationen: Nahtlos verschmelzen Hebefiguren mit extremen horizontalen wie vertikalen Balancen. Diese Herausforderungen überschreiten scheinbar die Grenze des physisch Machbaren. Und dabei sieht es so lockerleicht aus.

Tänzer erzählen vom Leben


Es passt einfach alles, die Musik, die Choreographie, die Interpretation, die Kostüme, die Lichtregie und natürlich die Darbietung. Jeder der Tänzer bring seine ganz eigene Tanzsprache ein und Jon Lehrer gelingt es, daraus etwas ganz Großes, Einzigartiges zu formen. Er hat seine Handschrift und entwickelt mit seinen hochmotivierten Tänzern Kurt Adametz, Cristiana Cavallo, Laura Curthoys, Rachael Humpfrey, Tyler Malone, Ryan Moguel, Immanuel Naylor, Colleen Walsh einmalige, eindrucksvolle Choreographien.

Sie erzählen vom Leben und der Liebe, von Macht und Ohnmacht, Schönheit und Vergänglichkeit. Sie sind mitreißend, artistisch, ansprechend und oft von heiterer Leichtigkeit. Dabei darf sich jeder Betrachter seine eigenen Gedanken machen, seinen Gefühlen freien Lauf lassen. "Like a Dream in The Night" ist der Startauftritt überschrieben. Wie Schneeflocken wirbeln die weiß gekleideten Tänzer über die Bühne. Federleicht die Sprünge, die Hebungen kraftvoll, dynamisch die Bewegungen. Kein Moment der Ruhe in diesem Schneegestöber, jung, fröhlich und frisch stürmen die Tänzer zu alter und neuer Musik auf nackten Füssen über die Bühne.

Rhythmus befeuert Sinne


Beim Soloauftritt "Rascal" spielen Raum und Zeit eine wesentliche Rolle, die wesentlichste aber spielt der Rhythmus in seiner insistierenden trommelnden Gleichmäßigkeit, der durch das Crescendo bis zur Explosion die Sinne befeuert. Zur hochsensiblen Ethno-Tanzsymphonie nach dem Tempomuster Adagio, Allegretto, Presto stilisieren die Tänzer "Chuchi". Im ausgeleuchteten Raum bewegen sich die Akteure. Lichtreflexe, Schattenspiele, Ausdruckstanz und fantastische Kostüme - alles wirkt perfekt zusammen.

Sensationell artistisch die Bach-Interpretation "Fused by 8" und witzig-originell die tänzerische Aufarbeitung von Pachelbels Kanon in D-Dur unter dem Titel "Loose Canon". Wenn so große Könner sich selbst auf die Schippe, und Tänzerinnen sogar ihre Partner auf den Arm nehmen, sich necken, wecken und respektlos über die Bühne kugeln, dann ist das wirklich zum Kringeln komisch und das Publikum lacht fröhlich applaudierend mit.

Beinahe göttlich auch die Auftritte in "Here in This Eden", einem wundervoll harmonisch-verträumten Pas de deux mit großer Ausstrahlung, und der Schlussnummer "Pantheon Rising". Hier darf das Ensemble nochmals präsentieren, was alles in ihm steckt. Das leichte Schneegestöber zu Beginn des Abends endet mit einem feurigen Orkan, der mit großer Wucht über Ambergs Theaterbühne fegt. Der Beifall für diese fantastische Truppe und ihren sympathischen Chef, Jon Lehrer, der bei der Zugabe selbst im Ensemble mit tanzt, fällt ebenso stürmisch aus.
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