Jubilarehrung der SPD Weiden: Unverständnis für Rentenpolitik
Angst um die Rente

Seit Jahrzehnten ist für die Geehrten die SPD die politische Heimat. Auch wenn manche Entscheidungen nicht auf ihre Zustimmung trafen. Bild: Kunz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
04.12.2014
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Die Gedanken an die Zukunft der Rente rauben Alois Wolfram fast den Schlaf. Der Genosse, der seit 60 Jahren bei der SPD dabei ist, fand bei der Jubilarehrung deutliche Worte.

Alois Wolfram, den die SPD für seine langjährige Treue auszeichnete, kann einige Entscheidungen seiner Partei noch immer nicht nachvollziehen. "Sie hat es uns nicht immer leicht gemacht, bei der Stange zu bleiben", sagte er bei einer Jubilarehrung im Postkellersaal. "Die SPD muss der Anwalt der kleinen Leute sein und dafür Verantwortung tragen, dass wir auch in Zukunft im Alter ein anständiges Leben führen können." Zug um Zug werde das Rentenniveau gesenkt. "Ich kann nicht mehr schlafen, wenn ich an die Folgen in 20 oder 30 Jahren denke", äußerte Wolfram seine Sorgen.

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch hatte die Zukunft vorher in bunteren Farben gemalt. "Ich spüre jeden Tag in Berlin, wie gut es ist, dass wir in der Regierung sind." Oberbürgermeister Seggewiß dankte Grötsch für die Mitwirkung am Bundesteilhabegesetz, das den Kommunen eine Milliarde Euro beschere. "Für Weiden sind das 620 000 Euro." Die gleiche Summe werde in den nächsten beiden Jahren noch einmal überwiesen. Ein Vergelt's Gott galt auch MdL Annette Karl, die den Finger in die Wunde lege und ihre Rolle an der SPD-Spitze sehr gut ausfülle.

Noch ein Wort zur Gebührenerhebung in der Regionalbibliothek: Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer erklärte, dass es verlogen gewesen wäre, wenn die SPD gesagt hätte, man könne so weitermachen wie bisher. Schmerzhafte Entscheidungen seien einfach nötig gewesen. "Nicht tatkräftig wäre es, wenn wir aus Angst vor der Reaktion der Bürger die Augen vor der Realität verschlossen hätten." Die komplette Weidener SPD habe in der Vergangenheit gekämpft. Ihr verdanke man die großen Erfolge.

Die Geehrten

Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurde Alois Wolfram geehrt. Für 55 Jahre Wilhelm Bachmann, Rudolf Habla, Hans Harbig, Josef Höfer, Alfred Reber und Werner Rupp. Für 50 Jahre Josef Bergler, Klaus Haufe, Anna Höfer, Erwin Rass, August Schneider, Ludwig Stiegler und Johann Völkl.

Für 45 Jahre Adolf Bogner, Heinz Gerstenberger, Marie-Luise Girke, Werner Götz, Natalie Habla, Christian Hölzl und Josef Rass. Für 40 Jahre Friedrich Albrecht, Werner Giese, Georg Greiner, Lutz Kliesow, Helga Lindner, Ruth Malguth, Erich Regler, Franz Strigl und Werner Vogl.
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