Jugendkunstschule und Kulturwerkstatt Kalmreuth feiern Zehnjähriges im Kunstbau
Auf Kurs im Zeichen des Papierschiffs

"Alle in einem Boot" – viele Freunde und Weggefährten hatten Bilder für die Mitmachausstellung beigesteuert. Irene Fritz freute sich über die Resonanz.

(otj) Alles im Griff auf dem Schiff. Seit zehn Jahren steht Irene Fritz am Ruder der Jugendkunstschule. Am Samstagabend feierte sie diesen Stapellauf mit einer ganz besonderen Vernissage.

"Alle in einem Boot" ist der Titel der Ausstellung, anlässlich der sie im Vorfeld Freunde und Weggefährten aufgefordert hatte, sich mit kreativen Variationen zum Thema Schiff zu beteiligen. Kinder, Jugendliche, Freunde und Personen des öffentlichen Lebens, deren Wege auf unterschiedlichste Weise den Kurs der Kultureinrichtung gekreuzt hätten, hätten ihre "Schiffsmeldungen" eingereicht. Ölmalerei, Drucktechniken, Zeichnungen und Plastiken, verschiedene Stile, abstrakte und gegenständliche Kunst luden zum Schauen und zur Interpretation der Werke ein. "Bei einigen konnte ich die Thematik sofort erkennen, bei manchen musste ich das Schiff erst suchen" so Fritz.

Das Motto der Ausstellung nimmt Bezug auf das Papierschiff, das sich als Signet der Kulturwerkstatt etabliert hat. "Mein Sohn hat damals ganz unabhängig von der Kunstschule ein Papierschiff gefaltet. Da ist uns aufgefallen, wie vielschichtig das Topos Schifffahrt ist", so Irene Fritz. "Wasser steht für die Verbindung zwischen Menschen, Standorten und Kunstformen. Zum Beispiel das Netzwerk der Jugendkunstschulen in Bayern", erklärt die Künstlerin und Kunstlehrerin. Oder die Vernetzung des bildnerischen Handwerks soziokultureller Projektarbeit und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Themen der Bildenden Kunst.

Faszination Schifffahrt


"Warum sind die Menschen von der Schifffahrt so fasziniert?", habe sie sich gefragt. Wasser stehe für Entdeckungen von Neuem, für Abenteuer. Irene Fritz ging aber auch auf die Schattenseiten ein, die gerade jetzt deutlich würde, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ertränken. "Das ist knallharte Realität."

Und auch für sich stellten sich die Fragen: "Bin ich schon im sicheren Hafen? Oder kann ich auch noch Schiffbruch erleiden? Die Jugendkunstschule muss noch eine viel stärkere Marke werden." Deswegen gelte es, immer neue Ideen an Land zu ziehen. "Aber heute ist nicht der Abend zu jammern. Heute wollen wir feiern." Ein neues Projekt ist allerdings schon in der Pipeline. Der Oberpfälzer Kunstverein, der Kunstverein Weiden und der Kunstkeller Annaberg werden von 30. September bis 3. Oktober ein gemeinsames Künstlersymposium auf die Beine stellen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.