Kolumne: OTon
Sepperln retten die Welt

Dieser Sepperl macht die Welt besser: Otto Josef Steuerl ist Gründer und "Weltvorsitzender" der Josefspartei, deren einziges Parteiziel die Wiedereinführung des Josefstags am 19. März als gesetzlichen Feiertag ist. Bild: dpa
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
16.03.2017
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Alle Josefs, Josefinen, Sepps, Pepperls, Jupps, Joes, Peppones, Josés und Ossips sind bessere Menschen. Das ist nur zufällig auch die Meinung der Verfasserin, die mit dem heiligen Josef Namenstag feiert.

Vor allem denkt das die Königlich-Bayerische-Josefspartei. Schwere Zeiten diagnostiziert sie in ihrer Satzung, „in der Gewalt und Unrecht immer mehr die Macht ergreifen, in der Vergewaltigung, Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind“. Dagegen hat sie ein Allheilmittel: „Den Josefstag am 19. März wieder als Feiertag einzuführen.“ Das ist das einzige Ziel der selbst ernannten Partei.

Sepperltag gegen Mord und Totschlag


Wie solch ein Feiertag die Welt von allem Schlechten befreien soll, ist ungewiss. Aber es gibt Hoffnung. Auch wenn die Nachricht erst einmal überraschen mag: 2017 ist ein großes, ein glorreiches Jahr. Denn heuer fällt der Sepperltag auf einen Sonntag. Also ist dieses Jahr der Josefstag quasi ein Feiertag. Frohlocket ihr Völker, alles wird gut!

Nichtfeiern ist Sünde


Erfreuliche Nachricht für alle, die keine Namensvetter des Heiligen sind und trotzdem bei der Weltverbesserung mitmachen wollen: Mitglieder des Josefspartei müssen nicht einmal Josef heißen, sondern nur „unbescholten, bayerischen Geblüt’s oder dem Stamme der Bayern und dessen Gebräuchen zugetan“ sein. Wer so tugendhaft ist, wird belohnt: Zahlende Mitglieder dürfen „als zweiten Vornamen den Namen ,Josef’, ,Josefa’ bzw. ,Josefine’ zu führen“. (Offenlegung: Die Verfasserin dieses Artikels ist weder Mitglied der Königlich-Bayerischen-Josefspartei noch unbescholten.)

Dass die Partei den 19. März ernst nimmt, zeigt sich auch in ihrer Satzung. Die Mitgliedschaft erlischt durch Austritt, Tod oder – wohl die größte Sünde – „Nichtfeiern des Josefitages“.

Bepperls dieser Welt vereinigt euch und rettet sie, sie hat's nötig. Die Macht des heiligen Josefs möge mit euch sein.

OTon Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz Medien. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.
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