Konzert des Meisterkurses Kontrabass im Alten Rathaus
Tiefe Töne in hoher Qualität

Charlotte Mohrs begeistert mit ungewohnten Tonfolgen auf dem Kontrabass. Durch ihr musikalisches Können erweckt sie die Klänge zum Leben. Bild: tie

Es sind ungewohnte Tonkombinationen und klassische Klänge, die durch das Alte Rathaus klingen. Bei der Sommerserenade nehmen die Künstler der Meisterklasse Kontrabass die Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte des Streichinstrumentes.

In der Sommerserenade im Saal des Alten Rathauses stellen Mitglieder der "Meisterklasse Kontrabass" hochinteressante Musikstücke vor. Vor jedem Auftritt erläutert Kursleiter Veit-Peter Schüssler die Stücke und stellt die Interpreten vor. Vorgetragen werden originale Musikstücke für Kontrabass aus verschiedenen Epochen. Zuerst spielt Jee Eun Seo aus Südkorea den Eingangssatz der 2. Gambensonate von Johann Sebastian Bach.

Virtuose Solostimme


Das beginnende "Andante" gestaltet die Musikerin in ruhiger Atmosphäre, das anschließende "Allegro" eilt in raschen Tonfolgen vorüber, die Jee Eun Seo souverän bewältigt. Sie und alle folgenden Interpreten begleitet Viorica Radoi stets aufmerksam und unterstützend am Klavier. Es folgt der 1. Satz "Allegro moderato" des Konzerts D-Dur von Johann Baptist Vanhal. Xijin Zhao aus China trägt seine Solostimme virtuos und melodiös, je nach musikalischem Bedarf, mit großem Können vor.

Ein Satz aus einem Werk "für ein vergessenes Instrument" führt weiter. Das beginnende "Allegro moderato" der "Arpeggione"-Sonate von Franz Schubert bietet Ji Yoon Yang aus Südkorea die Möglichkeit, ihr Können im Gestalten von Melodien und Spiel von schnellen Läufen bestens zu beweisen. Der Kopfsatz aus dem "2. Kontrabass-Konzert h-moll" von Giovanni Bottesini, dem Paganini des Basses, erklingt in lebhafter Manier in seinen virtuosen wie melodiösen Passagen.

Nach der Pause eröffnet Noik Park aus Südkorea den Reigen der tiefen Töne. Von Pedro Vals spielt er zwei Sätze der "Suite Andaluza". Die "Serenata" gleitet in tänzerischer Weise vorbei, der "Zapateado" setzt tempomäßig eine Stufe höhere Anforderungen. Die werden alle ohne Probleme erfüllt. Dann erklingen Sätze aus "A Carmen Fantasy" für Kontrabass und Klavier. Die tänzerische "Aragonaise" wird weitergeführt im träumerischen "Nocturne" und mündet in den "Bohemian Dance".

Was der rumänische Kontrabassist Adrian Muntenasu seinem Instrument abverlangt, ist faszinierend. Er kann sowohl schnellste Fingerübungen wie auch melodiereichste Bogenbewegungen hörenswert vortragen. Flageolett-Töne auf dem Kontrabass - wann hört man die schon? Ein Solostück für den Bass folgt. Knut Guettler hat "Variations on the tune greensleeves" verfasst.

Intensiv und verträumt


Charlotte Mohrs aus Deutschland spielt die ungewohnten Tonfolgen spannend und immer an der Vorbildmelodie orientiert. Dann wieder Bass und Klavier zusammen in der "Meditation Hebraique" von Ernest Bloch. Rebecca Mauch aus Deutschland kann das Nachdenken in Tönen glaubhaft vermitteln, seien sie intensiv, seien sie verträumt leise.

Als Final-Stück erklingt von Simon Garcia das "Kalifornische Duett Nr. 2 für zwei Kontrabässe", dargeboten von Rebecca Mauch und Patricio Banda Caviedes aus Chile. Zweifellos das modernste Stück des Abends, aber eben faszinierend in seinen neuen Tonkombinationen. Melodien mit neuartiger Begleitung ziehen rhythmisch mitreißend vorüber. Es ist ein Abend voll bekannter Klänge - verpackt in neuer Gestalt. Die musikalischen Leistungen der Musiker zeigen: Veit-Peter Schüssler und seine Assistentin Hyun Joo Oh haben ihre Schützlinge gut vorbereitet.
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