Konzert mit Sea + Air
Geisterstunde in der neuen „Sünde“

Eleni Zafiriadou und Daniel Benjamin stehen nicht nur zusammen auf der Bühne. Die beiden sind seit zwölf Jahren verheiratet. Bild: Tim Dobrovolny
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
23.09.2016
134
0

Sea + Air. Sie und Er. Eleni und Daniel. Zwei Menschen mit viel Liebe: zur Musik, zu den Fans und zueinander. Das Ehepaar Eleni Zafiriadou und Daniel Benjamin machen zusammen so außergewöhnlichen Sound, dass sie ein Extra-Genre erdacht haben: Den Ghost Pop.

Hymnisch, meist eingängig, manchmal ätherisch: So könnte man ihre Musik beschreiben. Und die bringt das Pop-Ehepaar in die Welt. Zuletzt unterwegs in Großbritannien, kommen die Multiinstrumentalisten am Montag, 26. September (20.30 Uhr) in die neue "Sünde", den schönsten Pop-Up-Club der Stadt Weiden (Eingang über die Asylstraße) Die Kulturredaktion hat sich mit Daniel Benjamin unterhalten.



Sie sind gerade ein paar Tage zurück von Ihrer Tour. Wie geht es einem da? Kann man ohne Applaus überhaupt noch einschlafen?

Daniel Benjamin: Man ist nach England immer froh wieder daheim zu sein. Die Menschen sind zwar super, sehr musikbegeistert und so, aber die Konditionen sind übel! Man kriegt nichts zu essen, nichts zu trinken, nichts zu pennen, muss also alles selber organisieren. Und spielt oft zwei Gigs am Tag. Aaargh. Daher kann man so gut schlafen, dass man keinen Applaus vermisst.

Sie touren ohnehin ständig, viel auch im Ausland. Ist das ein pragmatisches "Wir wollen international erfolgreich werden" oder eine Leidenschaft für Reisen und andere Länder, andere Menschen?

Die Nachfrage ist groß, das Glück haben wir. Und dass sich das mit unserer Leidenschaft fürs Reisen vermischt ist ein Traum!

Haben Sie so etwas wie ein Lieblingsland?

Je nachdem. Essen und Leute: Italien. Publikum: Deutschland. Professionalität: Niederlande. Nettigkeit der Menschen: Norwegen, Schweden und England. Und verrückte Persönlichkeiten gibt es am meisten in der Ukraine und Polen!

Glauben Sie daran, dass Ihre Musik die Welt erobern kann?

Na klar! Jedes Land reagiert unterschiedlich auf uns, aber es gibt immer gewisse Kreise die sich sehr für unsere Musik interessieren.

Sie nennen Ihre Musik-Ghost Pop. Das haben Sie doch nur erfunden um die Schubladen-Journalisten ruhig zu stellen?

Es ist schön, dass Journalisten damit was anfangen können. Aber erfunden haben wir es, weil die Leute im Dorf, die keine Ahnung von Musikgenres haben natürlich immer wissen wollen, was wir für Musik machen. Rock/Pop funktioniert da nicht. Es musste etwas her, was sehr malerisch klingt.

Und wie schlägt sich das in Ihrem Sound nieder?

Ghost erklärt die Echos die in unsere Musik mitschwingen. Die alten Instrumente, die Einflüsse von uralter, fast vergessener Musik aus dem östlichen Mittelmeerraum. Und Pop erklärt: es ist eingängig, jeder kann es verstehen und die Melodien schön.

Sie wirken sehr ernst und fokussiert, manchmal scheu. Haben Sie trotzdem diesen Popstar-Traum von Geld und Ruhm?

Ruhm ist uns nicht so wichtig wie eine verlässliche Fanbase. Die uns auch noch live sehen wollen, wenn wir 80 sind. Und Geld ist natürlich am besten, wenn es nicht mehr wichtig ist. Und das ist es nur, wenn man halbwegs genug davon hat.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Wir haben die neue Stadionrock-Formel erfunden. Das versteht man heute nur Ansatzweise. Aber in zehn Jahren werden Leute wieder Stadionrock wollen. An der Brühe mixen wir schon jetzt.

Zum Schluss ein bisschen Trivia: Stimmt die Geschichte zum Beginn Ihrer Liebe, Sie hätten Eleni beim Schlafwandeln auf der Straße gesehen und nach Hause gebracht.

Eleni kann sich nicht erinnern. Ich kann mich erinnern. Frag am besten mal ihre Eltern. Die waren mir dankbar!
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.