Konzert mit Sinfonieorchester der Stadt Weiden
Hohe Ansprüche mühelos gemeistert

Die wöchentlichen Probenarbeiten haben sich ausbezahlt: Mit einem anspruchsvollen Klassikabend überzeugte das Sinfonieorchester der Stadt Weiden in der Max-Reger-Halle. Bild: uz

Von Helmut Kunz

Weiden. Mit guter, effektvoller Klangwirkung verwöhnt am späten Sonntagnachmittag das Sinfonieorchester der Stadt Weiden sein Publikum in der Max-Reger-Halle. Dirigent Dieter Müller schafft es mühelos, die virtuosen Techniken gleich dreier Komponisten mit ihren jeweils subjektiv betrachtet hohen Ansprüchen in den Saal zu transportieren.

Im Mittelpunkt des Konzerts steht der Tonsetzer Max Reger. Zu diesem musikalischen Ereignis sind deshalb auch viele Verehrer des Komponisten gekommen. Die dargebotenen Werke bieten sowohl dem Dirigenten, wie auch seinen beiden Solistinnen und Ensemblemitgliedern allein schon aus interpretatorischer Sicht weitreichende Möglichkeiten.

Gleich zu Beginn eröffnet das Orchester den Reigen mit einer schlüssigen Darstellung von Johannes Brahms "Tragischer Ouvertüre d-Moll op. 81". Brahms hatte das 14 Minuten lange Werk 1880 in Bad Ischl komponiert. Wahrscheinlich sollte es als Ouvertüre zu einer Wiener Aufführung von Goethes "Faust" eingesetzt werden, fand aber dann seinen Weg in die Konzertsäle. Ursprünglich war sie auch gar nicht tragisch geplant, sondern sollte aus kompositorischer Sicht dramatischen Charakter bekommen, was aber der dunkle Klangcharakter dann nicht zuließ. Leid und Schmerz durchzogen das gesamte Werk. Weitaus prächtiger und vielfältiger in der Klangfarbe gestaltet sich das nächste Werk. Das "Konzert in d-Moll BWV 1043 für 2 Violinen, Streicher und Basso continuo" von Johann Sebastian Bach zählt zu den bekanntesten des Komponisten.

Das dreisätzige Instrumentalkonzert mit fugenartigem Charakter entstand wohl 1730 in Leipzig und es obliegt den Solo-Violinistinnen Soojung Cho und Mariel Müller-Brincken, die klassische Ausgewogenheit dieses außerordentlich geschlossenen Werks zu transportieren.

"O Mensch, bewein dein' Sünde größ" nach dem Choralvorspiel BWV 622 von Johann Sebastian Bach ist dann die Überleitung zu Reger. Die "Aria" entstand im September 1915. Kaum zu überbietender Kontrast nach der Pause, als der Klangkörper einmal mehr die Experimentierfreude Regers unterstreicht und im schnellen Walzertempo "Castra vetera" intoniert, das zwischen 1899 und 1900 in Weiden entstanden ist. Für kleines Orchester hatte Reger seine "Elegie" geschrieben, die Instrumentation eines seiner Klavierstücke. Der "Liebestraum" entstand 1989 in Wiesebaden.

Im Schlussteil beeindruckt das Orchester noch einmal sein Publikum mit Brahms. Dessen Variationen über ein Thema von Haydn entstanden 1873 in Tutzing und waren sowohl für zwei Klaviere, wie für das Orchester mit den vielseitigen Möglichkeiten der Interpretation geschrieben. Gelegenheit für das Weidener Sinfonieorchester durch starken Einsatz dynamischer Mittel und exakte Phrasierungen nachhaltigen Eindruck beim Publikum zu hinterlassen.
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