Konzert mit Trio "KUF"
Sünde nickt, wippt und tanzt

"KUF" brauchen keinen Rechner auf der Bühne. Ihr Elektro-Sound ist handgemacht - mit Synthesizer, Kontrabass und Schlagzeug. Bild: Otto

Es sind ja Altherren-Weisheiten: Früher war alles besser. Da gab es noch echte Könner an ihren Instrumenten. Heute entsteht der Elektro-Sound am Rechner. Bits und Bytes statt Kreativität. Wer solchen Quatsch erzählt, dem sei dringendst ein Gig von "KUF" anempfohlen.

Den Sünde-Aficionados sind die Künstler noch aus der letzten Saison bekannt, als die jungen Herren die umgenutzten Metzgereiräumlichkeiten auf der Weidener Allee musikalisch abfackelten. Weiden mochte die Jungs und "KUF" mochte Weiden. Für das Sündikat war eine Wiedereinladung nur logisch.

Also: Sünde zweiter Akt. Auftritt: Drei junge Musiker. Requisite: Kontrabass, Schlagzeug sowie dieser und jener Synthesizer. Was Valentin Link, Hendrik Havekost und Tom Schneider dem geneigten Publikum präsentieren, wird auch diesmal mit wachsender Begeisterung benickt, bewippt und betanzt.

Abgelegt wird "KUF" unter dem Genre-Label Techno-Jazz. Hmm. Muss ja eigentlich nicht alles einen Namen haben. Stilistische Vielfalt passt als Label wohl am besten. Die Affinität zum Jazz ist dem Trio anzumerken. Beweisstück Nummer 1: Der Kontrabass, der dem Sound eine gewaltige Bassline verpasst.

Auch die Begeisterung für Elektronisches ist nicht von der Hand zu weisen. Da wird verzerrt, gepitcht und geloopt - allerdings mit einem Hang zur Nostalgie - mit Moog und Schnipseln aus der Ära Kraftwerk. Mensch-Maschine eben. Der gut gelaunten Menge in Weidens zweitem Pop-Up-Club ist das recht egal.

Es ist der Mix aus instrumentaler Meisterschaft und Geek-mäßiger Frickelei, die "KUF" so ernst zu nehmend macht. Der recht hedonistisch geprägten Technoszene kann man wohl eine gewisse Oberflächlichkeit ins Stammbuch schreiben. Live gespielt bekommt das Ganze allerdings tatsächlich künstlerischen Tiefgang.
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