Kultur in der Natur
„Denk mal im Wald“: Ausstellung im Rathaus eröffnet

"Zukunft hat ein Recht auf Geschichte", sagte Ausstellungskurator Joachim Hamberger aus Freising vom Verein für Nachhaltigkeit. Er regte zum Erforschen und Nachdenken der Bodendenkmäler im Wald an. Bild: Dobmeier

Rund 55 000 bekannte Bodendenkmäler gibt es in Bayern, von denen mehrere tausend im Wald liegen. Die ältesten von ihnen haben 30 Baumgenerationen überlebt und mehr als 100 Menschengenerationen unbeschadet überstanden. Diese Denkmäler lassen die Geschichte erleben und in der Ausstellung "Denk mal im Wald - Kultur in der Natur" lebendig werden. Dr. Joachim Hamberger vom Verein für Nachhaltigkeit ermunterte als Ausstellungskurator bei der Eröffnung im Neuen Rathaus am Dienstagabend zum Erforschen und Nachdenken.

Turmhügel und Burgstätten aus dem 10. Jahrhundert zeugen vom Verteidigungswillen der Franken und der Bayern im Mittelalter. Später haben sich der 30-Jährige Krieg und der Zweite Weltkrieg mit Schanzen und Bombentrichtern in den Wald gegraben. Auch diese Narben bewahre der Wald. Große Tafeln begleiten die bayernweiten Motive wie Grabhügel und keltische Viereckschanzen. Die regionalen Bodendenkmäler auf kleineren Tafeln zeigen die örtliche Besonderheiten wie Steinkreuze, die Kapelle der Heiligen Staude bei Weiden, die "Bienenstube" bei Schlammersdorf und den Ringwall am Rauhen Kulm sowie die Handkreuze im Elm.

Den Erholungsfaktor Wald in unserer Gegend stellte OB Kurt Seggewiß heraus. Er sei kein Gegner des Waldes, wie ihm im Zusammenhang mit dem Industriegebiet Weiden West IV unterstellt werde. Ökologie und Ökonomie müssten in Einklang gebracht werden.

Ein Denkmal werde zum stummen Lehrmeister und dominanten Mahner, um innezuhalten und Kultur hautnah zu erleben, erkannte Behördenleiter Dr. Siegfried Kiener vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Örtliche Zeugnisse


Kreisheimatpfleger Peter Staniczek aus Vohenstrauß wies auf die drei Handkreuze im Waldgebiet Elm bei Leuchtenberg hin, in die Schwurhände gemeißelt worden waren und die, vermutlich als Grenzsteine genutzt, Zeitzeugen der Vergangenheit seien. Ein weiterer Stein wurde erst jüngst im Waldgebiet Penzach entdeckt und kann im Garten des Heimatmuseums Vohenstrauß besichtigt werden.

Ein weiterer Höhepunkt sind die entdeckten hallstattzeitlichen Grabhügel bei Lohma, die Staniczek mit Schülern erforscht. Die professionelle Freilegung durch Archäologen erfolgte anschließend. Diese Hügel enthielten Grabstätten mit Keramikschätzen aus vergangener Zeit.

Öffnungszeiten


Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni im Foyer des Neuen Rathaus zu sehen. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 7.30 bis 13 Uhr. Donnerstag 7.30 Uhr bis 12 Uhr sowie 15 bis 17.30 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.
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