Kulturbeirat setzt für "Kulturbühne" weiter auf Verein
Dringend gesucht: ein Spitzen-Mann

"Wir brauchen einen, der vorne steht, und ein Team, das mitmacht." Diese Parole gab Bürgermeister Lothar Höher im Kulturbeirat für den Verein "Freunde der Kulturbühne" aus. Sieben Mitglieder, die mitmachen wollen, gibt es bereits. Doch für die Hauptrolle - den Vorsitz - hat sich noch niemand gefunden.

Während Höher als Sitzungsleiter klar machte, dass er darauf setzt, einen geeigneten Vorsitzenden zu finden, brachte Stadträtin Brigitte Schwarz erneut die Alternative ins Spiel. "Sollte es nicht klappen, müssen wir noch einmal über die Drittelstelle reden", forderte sie. "Dabei ist eine Drittelstelle bereits am unteren Ende angesetzt", sagte Sabine Guhl. Die Leiterin der "Regi" hatte diesen Vorschlag schon im Oktober eingebracht. Mit einer Drittelstelle im Kulturamt oder in der "Regi" könnte das Tourneetheater weiter organisiert werden, hieß es damals. Angesichts der Finanzlage der Stadt sei das keine Option, meinte Höher im Herbst.

Auf den neuen Verein warten als Organisator der "Kulturbühne" vielfältige Aufgaben. Dabei sei die Stückeauswahl "das Sahnebonbon", so Guhl. Ihr "Regi"-Team organisiert u. a. Kartenvorverkauf, Werbung und die Einträge in den Kulturkalender der Stadt. Eventmanagerin Gertrud Wittmann ist für die Buchführung zuständig. "Mit einer Gruppe von 20 voll engagierten Mitgliedern im Verein, kann man das tragen", meinte die "Regi"-Chefin. "Aber es geht nicht locker-flockig." Einige organisatorische Aufgaben - wie die Gema-Anmeldung oder Ankündigungen im Internet - könne er übernehmen, erklärte Johannes Häring. Er ist Gründungsmitglied des neuen Vereins. Er zog für sich aber auch klare Grenzen: "Als Geschäftsführer der Max-Reger-Halle sehe ich mich nicht in der Lage, den Vorsitz zu übernehmen."

Immerhin sei die Saison 2016/2017 bereits gebucht. "Wir sollten uns deshalb mehr Zeit nehmen", appellierte Häring. Mit Erfolg. Im Oktober hatte der Kulturbeirat den Beschluss gefasst: Falls es bis 31. März keinen Verein gebe, der die "Kulturbühne" übernehme, müsse der Stadtrat über deren Zukunft entscheiden. Am Donnerstag legte das Gremium nun den 31. Mai als neue Frist fest. Nach den Osterferien ist die nächste Vereinsversammlung geplant. Dazu einladen will Petra Vorsatz neben dem ersten Kreis von 500 kulturinteressierten Weidenern vor allem mehr Lehrer, die aus beruflichen Gründen an der Fortsetzung des Tourneetheaters interessiert sein dürften.

Außerdem soll abgeklärt werden, wer welche Aufgaben übernehmen kann. Damit die neuen Vorstandsmitglieder wissen, welche Aufgaben sie noch schultern müssen. "Ich hoffe, es klappt", sagte Höher zur Suche nach einem Vorsitzenden. "Falls nicht, müssen wir uns eine andere Lösung überlegen. Wir wären schlechte Stadträte, wenn wir die ,Kulturbühne' sterben ließen."
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