Kunstverein Weiden zeigt die Ausstellung "Positionen 2"
Starre Sehgewohnheiten aufbrechen

Ausstellungskurator Wolfgang Herzer vom Kunstverein Weiden (rechts) führte in die Ausstellung mit Werken von Jürgen Strege, Petra Ottkowski und Magdalena Drebber (von links) ein. Im Hintergrund sind zwei Arbeiten Drebbers zu sehen. Bild: stg

"Wirklichkeit ist Standpunkt-Sache": Diesen Untertitel trägt die Ausstellung "Positionen 2" beim Kunstverein Weiden. Was gemeint ist, wenn Vorsitzender Wolfgang Herzer vom "historischen und gesellschaftlichen Vorzeichen-Wechsel im Allgemeinen" spricht, können Besucher bis 20. September erleben.

Vier Künstler der Szene Leipzig sind es, die einen kleinen Einblick in ihr Schaffen geben: Magdalena Drebber, Petra Ottkowski, Jürgen Strege und Martin Kreim. Die ersten Drei waren bei der Ausstellungseröffnung am Freitag dabei. Den Fokus auf die künstlerische Einzelauffassung richten, die mit der starren Sehgewohnheit bricht - das hat sich der Kunstverein mit "Positionen 2" zum Ziel gesetzt.

Zerlegung in Rasterpunkte

Bei Magdalena Drebber formieren sich Steckperlen zu farbintensiven Mustern, vermeintlich banale Motive wie beispielsweise ein Hund oder ein Wald werden mit Konzepten der Malerei und der Fotografie auf spannende Weise kombiniert. Ausschnitthaftes und Zufälliges trifft auf die Zerlegung der Bildwirklichkeit in Rasterpunkte.

Es entstehen unterschiedliche Nah-und Fernwirkungen des Bildes, mal pixelig, mal verschwommen, mal glasklar. Petra Ottkowski wiederum spielt mit der abstrakten Raumkonstruktion und schafft Labyrinthe sowie spannende Überlagerungen aus Licht und Schatten. Sie nimmt den Betrachter mit in einer Reise durch die Dimensionen, ihre Häuser, die verschiedenen Berufen zugeordnet sind - Entdeckerberufen wie Psychologin, Magier und Schattenforscher sperren den Betrachter aus. Es bleibt die Frage des "Dahinter" offen, die Frage, was hinter den Mauern, Fassaden und Schleiern liegt.

Jürgen Streges Werk lebt stark von der Zuwendung zu Vorlagen der Kunstgeschichte, beispielsweise von Adam Elsheimers "Flucht nach Ägypten" aus dem 17. Jahrhundert. Der Künstler lässt die stilistisch-technische Differenz zwischen den historischen Originalen und seiner Adaption bewusst stehen - sie ist es, die zum Ausdruck gebracht werden soll. Schließlich ist noch das Werk Martin Kreims: Seine Bilder sind von einem geheimnisvollen Helldunkel geprägt.

Gezielte Vereinfachung

Er malt tatsächliche Räume, dabei sind seine Bilder Kombinationen aus Finden und Erfinden: Beobachtungen vor Ort, Intuition und Konstruktion verbinden sich zur Einheit. Durch gezielte Vereinfachung schafft er abstrahierende Flächen. Als Kontrapunkt dazu agieren im Bild realistisch gemalte Figuren und Gegenstände.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kunstvereinweiden.de

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Die Ausstellung "Positionen 2" ist bis 20. September im Weidener Kunstverein, Ledererstraße 6, zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntag von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 0961/46308.
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