Lieder, die den Leuten aus der Seele sprechen

Die Schneefrau schüttelt Klavierspieler Renato Wohllaib. Das scheint aber Harry Muster am E-Bass überhaupt nicht zu interessieren. Bild: Kunz

"Die Paldauer" singen über Liebe, Güte und Kameradschaft. Aber sie setzen sich auch für Brauchtum und die deutsche Sprache ein. Beim Konzert am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Max-Reger-Halle machten die sechs Musiker eine klare Ansage.

Sie sehen sich als Verfechter für den Erhalt von Brauchtum und Kultur. "Wir sollten auch auf unsere Sprache aufpassen", mahnte Franz Griesbacher vor allzu kritikloser Übernahme von Anglizismen. Der Schlagzeuger der Paldauer, die am zweiten Weihnachtsfeiertag die ausverkaufte Max-Reger-Halle in festliche Stimmung versetzten, sah es als "unsere Pflicht", darauf zu achten, dass dies nicht passiere. Irgendwann würden die Kinder gar kein Deutsch mehr verstehen, weil in die Umgangssprache sukzessive englische Wörter und Begriffe eindrängen.

Mit ihrem Weihnachtskonzert "Zauber der Musik" machten die sechs Herren aus Österreich zweieinhalb Stunden lang solcherlei Sorgen vergessen. Im vergangenen Jahr hatten "Die Paldauer" pausiert. Ihr Weihnachtskonzert hatten sie im Landkreis gegeben. Nun sind sie wieder zurückgekehrt nach Weiden. Sehr zur Freude ihrer Anhänger.

Die Gruppe aus der Steiermark zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schlagerinterpreten der Gegenwart. Das Konzert war neu konzipiert und trug trotzdem die traditionellen Strukturen, wie einen weltlichen und weihnachtlichen Teil oder die schwarzen Strumpfkapuzen beim Gospel-Medley.

Neuen Fans bot der Abend einen Riesenspaß und die altgedienten konnten ohnehin nicht genug bekommen von den Liedern und ihren Interpreten. Franz Griesbacher moderierte die Show mit Charme. Er erzählte die Weihnachtsgeschichte vom Jungen, der ungeduldig seinen Vater erwartete, den er noch nie zuvor gesehen hat. Der eigentlich erfroren ist und nur durch die Liebe seines Vaters überlebte. Er dankte den vielen Menschen, die vor 25 Jahren friedlich mitgeholfen hätten, dass die Mauer gefallen ist. Und er gab hinter seiner Schießbude den Takt vor.

Ein wunderschöner Augenblick war die Umsetzung von Slavko Avseniks Lieblingskomposition "Sterne der Heiligen Nacht". Vorangegangen war ein Besuch zusammen mit seinem Vater beim Gründer der Original Oberkrainer in Slowenien, der im Hintergrund eingespielt wurde. Zu Gehör kamen moderne Lieder und solche, die an keinem Weihnachtsabend fehlen dürfen. Die Musiker sangen a capella, im Chor oder im Duett. Sie spielten Hackbrett und Trompete und verkauften ihren Fans die heile Welt. Es ging um Liebe, Güte und Kameradschaft. Vor allem ging es um einen bezaubernden Abend, mit Musik, die den Leuten aus der Seele sprach.
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