"Lustige Konrader" liefern tolle Premiere ab
Leichen am laufenden Band

Hugo Bock (links) dreht durch. Mit dem Spaten hat er schon ein Loch im Garten gebuddelt, wo er den Erpresser verschwinden lassen will. Jetzt sitzen völlig fremde Menschen in seiner Wohnung.
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
10.04.2016
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Der Bock muss weg. Auch wenn Knastbruder Olaf (Andreas Stock) fälschlicherweise den Psychiater (Heiner Balk) aus dem Weg räumt. Schwiegermutter Rosa (Heidi Holzer) ist längst schon k.o. gegangen. Bilder: Kunz (2)

Die Geister, die ich rief: Für einen Krimiautor kann es nie falsch sein, seine Fälle, die er aufs Papier bringen will, am lebenden Beispiel auszuprobieren. Doch wenn die Zahl der vermeintlichen Leichen überhand nimmt, sollte er die Reißleine ziehen. Hugo Bock aber hat den kritischen Punkt leider längst überschritten und kann nicht mehr zurück.

Die "Lustigen Konrader" liefern mit ihrem diesjährigen Kriminalstück "Tatort Villa Bock" eine wahre Pracht an Gag-Kanonaden. Eine Komödie über einen erpressten Kriminalschriftsteller, in der sich so schrullige Individuen wie eine vollkommen unqualifizierte Polizeiinspektorin, ein ständig weggetretener Psychiater, ein liebeshungriges Hausmädchen, ein fieser Erpresser und ein völlig überlastetes Ausbrecherpärchen tummeln.

Mit Gast-Schauspielern


Am Samstag war im Pfarrheim St. Johannes Premiere. Unter den Ehrengästen, die sich vor Lachen ausschütteten: Die Geistlichkeit von St. Konrad, St. Johannes und Herz Jesu sowie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und eine Vielzahl von Sponsoren. Das Regieführen überließen die Konrader einmal mehr Sonja Balk. Die Zuschauer amüsierten sich diesmal auch über Gäste von befreundeten Theatergruppen köstlich. Hans Zielbauer war kurzerhand von den "Weidener Komödiens" abgeordnet worden, Franziska Birkner vom Basalttheater Parkstein. Konrader-Veteran und "Clones of Rock"-Mitorganisator Andreas Stock wurde für den lustigen "Tatort" spektakulär reanimiert.

Im turbulenten Stück geht es um den Krimiautor Hugo Bock, der vor Jahren ein Techtelmechtel mit Amanda Pol hatte und jetzt von deren Ehemann erpresst wird. In dieser Nacht will der Erpresser sein Geld abholen und Bock schaufelt schon ein Loch im Garten. Den Plan hat er bereits in Manuskriptform seinem Freund Karl gezeigt. Der gelernte Psychiater gibt sich allerdings skeptisch.

Tatsächlich geht schief, was schiefgehen kann. Über Hugo bricht das Chaos herein. Wer Sonja Balk kennt, weiß, dass sie für ihr Publikum wieder ein Stück mit Irrungen und Wirrungen, schmissigen Dialogen und einer geballten Ladung komischer Verwicklungen ausgewählt hat. Die Darsteller sind hervorragend. An Schlaflosigkeit leidet in der Bock-Villa keiner. Im Gegenteil, immer wieder dämmert der eine oder andere sanft dahin. Mal im Schrank, mal auf dem Kanapee. Es ist eine Lust, zuzusehen, wie Stefan Neubauer als Hugo Bock verbissen und schweißtriefend seinen Plan verwirklichen will, den Erpresser kalt zu stellen.

Für zusätzliche Verwicklungen sorgt Andreas Stock, der sich als Knast-Ausbrecher Olaf auf dünnem Eis bewegt, sich aber trotzdem voll ins Zeug legt. Er zieht neben Hugo und Hausmädel Marie (Heidi Neudecker), die alles nur für ein Spiel hält - "ach, ist das herrlich!" - die meisten Lacher auf sich. Schließlich ist da noch die aufgedrehte und völlig unqualifizierte Polizeibeamtin Schnappauf, vor der sich Olaf beinahe um Kopf und Kragen redet. Die Rolle ist Alexandra Lukas wie auf den Leib geschrieben.

Zwielichtiger Inspektor


Heiner Balk taucht als biederer Psychiater Kare Haberl auf, der gemeinsam mit Hugos Schwiegermama Rosa (Heidi Holzer) in regelmäßigen Abständen benommen in der Kommode landet. Hans Zielbauer spielt in der humorvollen Unterhaltung einen zwielichtigen Polizeiinspektor.

In weiteren Rollen: Stefanie Rebhan als Hugos Ehefrau Jannet Bock, Ulrike Troppmann als frühere Geliebte Amanda, Andreas Herrlein als Hollywood-Regisseur Charly Miller sowie Franziska Birkner als Knacki Vroni.

Weitere Vorstellungen gibt es vom 15. April bis 7. Mai jeweils freitags und samstags um 19.30 Uhr. Es sind noch Restkarten erhältlich.
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