Mäusestadt unterm Riesenrad

Abgefahren: Eine der fliegenden Kisten ist nach dem Frühlingsfest Weiden benannt, bei dem sie am Freitag startet. Bild: rdo

Das Riesenrad steht bereits. Und auch die "Mäusestadt", in die jetzt viele kleine Bewohner einziehen sollen. Dem großen Bierzelt geht das Innenleben noch völlig ab. Ab Freitag soll sich das ändern. Aber gewaltig. Dann startet das Frühlingsfest.

Nicht nur in der Stadtmitte breiten sich riesige Baustellen aus, sondern auch am Rand. Seltsame Gebäude mit noch seltsameren Namen wachsen derzeit im Norden in die Höhe: das dreistöckige "Aqua Velis", die Abenteuer-Achterbahn "High Explosive" oder das "Daemonium", in dem es später spektakulär spuken soll. Am Dienstag schleppen und schrauben die Arbeiter noch fleißig, doch natürlich liegen sie überall im Zeitplan. Bis Freitag sind die Fahrgeschäfte startklar, die bunten Buden eingeräumt: Möge das Frühlingsfest 2015 beginnen.

Bereits das dritte auf dem neuen Festplatz an der Conrad-Rötgen-Straße wird es sein. Insofern kann Platzmeister Peter Rackl bei der Organisation schon auf ein gerüttelt Maß Routine zurückgreifen. Eine Heidenarbeit ist es trotzdem, erst tolle Attraktionen her- und dann alle Schaustellerwünsche vor Ort unter einen Hut zu bringen. "Leicht ist's nie", sagt er. "Aber wenn's leicht ist, wird's nix G'scheit's." Mit einigem Stolz blickt er deshalb darauf, was er wieder für die Veranstalterin, die Stadt Weiden, an Land gezogen hat: unter anderem neue Attraktionen wie "Euro-Rutsche" und "Mäusezirkus", das "Daemonium", die "größte Geisterbahn der Welt", oder den vom Münchener Oktoberfest bekannten "Skater", ein Überschlaggerät, "das ausschaut wie ein riesiger Küchenquirl". Nicht nur deshalb: ein guter Mix. Insgesamt 45 Schausteller folgten Rackls Ruf nach Weiden.

Premiere für Johnny Gold

Das große Bierzelt - "unser schönstes", wie Festwirt Gerhard Böckl betont - füllt sich am heutigen Mittwoch mit den Garnituren. An 285 Tischen sollen rund 2500 Besucher Platz finden können. "Die Leute werden sich wohlfühlen bei uns", verspricht Böckl. Dafür bietet er erstmals die Ingolstädter Top-Showband "Musikuss", Kult-Schlagerfuzzi Johnny Gold und Countrysänger Daniel T. Coates auf - neben bewährten Stimmungskanonen wie "Highline" und den "Stieflziachan".

Da werde den Leuten auch der höhere Bierpreis nicht die Feierlaune verderben, glaubt der Wirt: 7,70 Euro kostet die Mass. 20 Cent mehr als beim Volks- und Schützenfest 2014, gar 50 Cent mehr als beim letzten Frühlingsfest. Unter anderem der Mindestlohn fordert hier laut Böckl seinen Tribut. Oder auch technische Raffinessen: Um die Lärmbelastung für Anlieger bis zum Finale am 3. Mai gering zu halten, investierte der Festwirt in die Soundanlage. "Die Musik kommt jetzt punktgenauer zum Kunden. Es dringt weniger nach draußen, aber der Gast wird's nicht unbedingt als leiser empfinden." Schließlich wünscht sich Gerhard Böckl ein "schönes, harmonisches Fest". Die Musik spielt täglich bis 23 Uhr, Festbetrieb ist noch eine Stunde länger.

Bewährt haben sich laut Rackl die Lärm-Limiter, die den Fahrgeschäften akustische Grenzen setzen. Zudem verhielten sich die Schausteller einsichtig und vernünftig, lobt der Platzmeister. Besser so. Damit's an der Lärmschutz-Front keine neuen Baustellen gibt.
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