Martin Kubetz interpretiert den Dichter und Musiker bei "Klein & Kunst" auf besondere Weise
Cohen mit persönlicher Note

Martin Kubetz überzeugt in Weiden mit seiner Hommage an den Dichter, Sänger und Songwriter Leonard Cohen. Bild: Stiegler
Mit Imitieren und Nachahmen ist es meist so eine Sache: In den seltensten Fällen geht das gut. Martin Kubetz versucht es deshalb auch gar nicht erst. Denn ein Leonard Cohen ist einmalig, ihn zu kopieren gänzlich unmöglich. Was aber geht, ist Cohens Werk zu interpretieren und diesem damit eine eigene, eine persönliche Note zu geben. Und das gelingt Kubetz bei seinem Auftritt bei "Klein & Kunst" in der Max-Reger-Halle auf hervorragende Weise - zwei Stunden lang.

Bogen über Cohens Werke

Es sind die Lieder aber zugleich auch die Gedichte Cohens, denen sich Kubetz verschrieben hat. Immer wieder rezitiert der 45-jährige Regensburger Verse von Cohen in deutscher Sprache, lässt die Zuhörer teilhaben an der Lyrik und Poesie des mittlerweile 81-jährigen kanadischen Songwriters. Die Lieder begleitet Kubetz mit bekannten, aber auch mitunter innovativen Klavierarrangements. Eigene Interpretation und Variationen, die aber genauso das Herz der Besucher berühren wie die Originale. Kubetz spannt damit einen Bogen über das jahrzehntelange Schaffen Cohens. "Sisters of mercy", "I'm your man", "Everybody knows", "So long, Marianne", "First we take Manhattan" und noch viele mehr - keinen der zahlreichen Klassiker Cohens lässt Kubetz aus. Und er erzählt die zwar bekannte, aber immer wieder schön zu hörende Geschichte, wie es zum Lied "Chelsea Hotel #2" gekommen ist und was Janis Joplin sowie Kris Kristoffersen damit zu tun haben. Walzerklänge ("Take this waltz") hören die Besucher genauso wie die Suche nach "The Gypsy's Wife".

Spätwerk interpretiert

Man kann sich gut vorstellen, dass Leonard Cohen selbst auch durchaus Freude über das Empfinden würde, was Kubetz darbietet. Einzig vielleicht bei "Halleluja", einem der meist gecoverten Werke der Musikgeschichte, würde er wohl etwas irritiert wirken.

Sehr erfreulich ist, dass sich Kubetz des aktuellen Spätwerks Cohens annimmt - mit "Slow" gelingt ihm die formidable Interpretation eines Songs vom 2014er Album "Popular Problems". Und dann ist da noch die 1976er-Nummer "Do I have to dance all night", die heute kaum noch jemand kennt und die einen regelrecht beschwingten Cohen hervorbringt. Langer Applaus für den Künstler, Zugaben dürfen natürlich nicht fehlen: "Bird on the wire" und "Suzanne" - ebenfalls Lieder, die geschrieben sind für die Ewigkeit und Cohens Lebenswerk in Liedern komplettieren.
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