Missincat verzaubert die Weidener im Popup-Club des "sündikats"
Gourmet-Songs für Feinschmecker

Eine tolle Stimme, fantastisches Songwriting und jede Menge Charme - Missincat begeistert in der "sünde". Am Schlagzeug und an der zweiten Gitarre wurde sie von Hanno Stick begleitet. Bild: Otto
Wie man aus einer ehemaligen Metzgerei-Filiale einen echten Gourmetladen macht? Man übergibt die Location der Gang vom "sündikat". Die laden Musiker ein, die musikalische Feinkost abliefern - fertig ist die Laube. Das Rezept funktioniert - wie auch beim Gig von "Missincat" am Montagabend in der ausverkauften "sünde".

Popsongs im Gepäck

"Ich kann euch nicht sehen wegen dem hellen Licht, aber ihr seid bestimmt sehr schön", die Begrüßung von Missincat an ihr Publikum ist eine Charmeoffensive, mit der sie den Popup-Club im Sturm einnimmt. Nicht dass sie das nötig hätte. Caterina Barbieri, wie sie wirklich heißt, hat wirklich wundervolle Popsongs im Gepäck und fesselt von Beginn an.

In Weiden stellt die gebürtige Mailänderin und Wahl-Berlinerin ihr neues Album vor. "Wirewalker" heißt es und vereint zarte Indiepop-Perlen, ein bisschen Neo-Folk und stark zurückgenommener Alternative Rock. Mit "Ten Lines" ist eine Nummer am Start, die nach allen Gesetzen der Popularmusik ein Chart-Hit werden müsste - in einer idealen Welt.

Auch instrumental ist Missincat live eine echte Schau. Nicht weil sie sich in Feedbackgewittern erschöpft. Es sind Kleinigkeiten. Einmal nimmt sie live Loops von ihrer Percussion-Begleitung auf. In einem anderen Song bringt sie dem Publikum bei, wie man das Geräusch von Regen mit den Händen imitieren kann - und nutzt das als Intro und Outro.

"Catchy" Melodien

Das Songwriting so stimmig. Die Melodien so catchy. Die Stimme so kraftvoll zerbrechlich. Und Missincat - charismatisch und verboten attraktiv. Das klingt so derart logisch nach Erfolg im Popbusiness, das man sich fragt, was die A&R-Leute der großen Labels in den Ohren stecken haben, dass sie Caterina Barbieri bisher überhört haben.

Andererseits: Wahrscheinlich ist es auch besser so. Nicht, dass die fragile entlaufen Katze bei Sony oder Universal dem "Wolf in a Sheepskin" aus einem ihrer Songs begegnet.
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